Rhein-Main Gebiet

Im Rhein - Main Gebiet begann 1839 das Zeitalter der Eisenbahn in Hessen. Mit der Eröffnung des ersten Teilstücks der Taunus- bahn von Frankfurt (Main) nach Höchst am 26. September 1839 war es angebrochen. Diese Strecke wurde schon am 24. Novem- ber 1839 von Höchst nach Hattersheim am Main erweitert. Erst 1840 erreichte die Strecke ihren Endbahnhof Wiesbaden. Sie wurde in zwei weiteren Abschnitten dorthin eröffnet. am 10. März 1840 erweiterte man sie von Hattersheim am Main bis Mainz / Kastel, damals noch ein Stadtteil von dem linksrheinisch gelegenen Stadt Mainz und am 13. April 1840 wurde dann das letzte Teilstück von Mainz / Kastel nach Wiesbaden eröffnet. Der Bahnhof der Taunusbahn lag im Bereich der heutigen Rheinstrasse in Wiesbaden Erst 1899 wurde der heutige Wiesbadener Hauptbahnhof errichtet da die alten Bahnhöfe den Zugverkehr nicht mehr verkraften konn- ten. Dieser wurde ca. 900m südlich der alten Bahnhöfe errichtet.

Ausschnitt der Eisenbahnstreckenkarte zum amtlichen Kursbuch von 1946

Auch im Osten Frankfurts baute man bereits eine Hauptstrecke zu jener Zeit. Es war die nordmainische Eisenbahnstrecke, die Frankfurt mit Hanau verbinden sollte. Diese Strecke wurde am 10. September 1848 dem Verkehr übergeben. In Hanau wurde dann später die Ergänzungsstrecke nach Fulda gebaut. Die eigentliche Frankfurt - Hanauer Eisenbahn wurde am 22. Juli 1854 bis zur Landesgrenze bei Kahl ergänzt. Hier erhielt die Strecke am 01. Oktober 1854 ihren Anschluß durch die bayrische Staatseisenbahn nach Würzburg.

Auch von Wiesbaden aus wurde eine neue Eisenbahnstrecke geplant. Sie sollte von Wiesbaden nach Rüdesheim am Rhein führen. Im Zuge des Baus dieser Strecke baute die Taunusbahn in Wiesbaden bereits 1840 eine Verbin- dungsstrecke von Kastel nach Biebrich, die aber bis 10. Februar 1857 als Pferdebahn bedient wurde. Am 09. August wurde dann durch die nassauische Staats- bahn die Strecke von Biebrich nach Rüdesheim eröffnet.

Frankfurt-Süd 01

Im Mai 2008 fand eine Sonderfahrt anläßlich des Bebraer Dampfloktreffens von Frankfurt aus statt. Hier steht der Sonderzug der historischen Eisenbahn Frankfurt abfahrtbereit im Bahnhof Frankfurt ( Süd ). Dieser Sonderzug wurde in Fulda mit dem Sonderzug der IGE aus Hersbruck vereinigt. ( siehe auch Spessart / Rhön ) um dann wie in alten Zeiten mit einer Doppelbespannung die Steigungen nach Bebra zu bewältigen.

Erst nach Aufgabe des Pferdebahnbetriebs durch die Taunusbahn wurde dann diese Strecke am 11. Februar 1857 von Biebrich nach Wiesbaden ergänzt und erreichte damit ihren südlichsten Endpunkt. auch im Rheintal wurde die Strecke dann ergänzt. Am 22. Februar 1862 wurde das Teilstück von Rüdesheim nach Niederlahnstein fertig und eröffnet. Hier eröffnete später die rheinische Eisenbahn die weitere Strecke von Niederlahnstein über Linz nach Troisdorf.

Erst 1875 wurde südlich des Mains eine weitere Hauptbahn gebaut. Es handelt sich hierbei um die Frankfurt - Bebraer Eisenbahn. Das erste Teilstück von Frankfurt über Sachsenhausen, Oberrad, Offenbach nach Hanau wurde am 15. November 1873 eröffnet. Diese Strecke ist eng verknüpft mit der Geschichte der Frankfurt - Offenbacher Bahn deren Trasse sie von Frankfurt bis Oberrad mitbenutzte. Erst am 01. Dezember 1875 konnte die Strecke von Oberrad über den heutigen Südbahnhof nach Frankfurt eröffnet werden.

Frankfurt__Sud__1984

Zur Eröffnung der U-Bahn in Sachsenhausen stand ET 420 als Informationszug 1984 am Gleis 1 im Südbahn- hof. Heute verkehren die  S-Bahnen bereits über den Südbahnhof hinaus nach Darmstadt über Gleis 1 und 2. Gleis 3 und 4 sind heute für die hier endenden S-Bahn- züge der Linien S5 und S6 gedacht. Die ICE Züge halten auf den Gleisen 4 und 5 , die Regionalbahnen auf Gleis 5 und 6. Die Gleise 8 und 9 stehen dem Sonderverkehr zur Verfügung.

1858 erreichte die nassauische Staatsbahn bereits die Domstadt Limburg an der Lahn. Es fehlte jetzt aber an einer direkten Ver- bindung zur freien Stadt Frankfurt. Eine solche Strecke wurde von der hessischen Ludwigsbahn 1874 in Angriff genommen. Das erste, von Eschhofen nach Niederselters führende, Teilstück wurde am 01. Februar 1875 eröffnet. Ergänzt wurde diese Strecke dann am 15. Mai 1876 bis Bad Camberg, am 12. Juli 1877 bis Idstein und schließlich am 15. Oktober 1877 bis Höchst wo ja schon seit 1839 durch die Tanusbahn Anschluß nach Frankfurt bestand.

1888 wurde der neue Centralbahnhof in Frankfurt gebaut und eröffnet. Dadurch wurden zahlreiche Strecken auf dem Frank- furter Stadtgebiet neu trassiert. Gleichzeitig wurden die alten Westbahnhöfe an der Gallusanlage und der Mainspitzbahnhof in Sachsen- hausen aufgeben. An Stelle des Mainspitzbahnhofs entstand auf dem Bahnhofsgelände die heutige Staßenbahnhaltestelle Strese- mannallee / Gartenstraße und aus der ehemaligen Eisenbahnbrücke wurde die Friedensbrücke. Gleichzeitig war es nicht mehr möglich direkte Züge der Frankfurt - Offenbacher Lokalbahn in den Centralbahnhof einzuführen. Auf einem kleinen Teilstück ver- kehrte später die Frankfurter Waldbahn. Um auch die Züge von Hanau über Maintal in den Centralbahnhof einzuführen mußte erst eine neue Mainquerung am Frankfurter Ostbahnhof gebaut werden. In der Zwischenzeit verkehrten alle Züge von Maintal über die neu entstandene Verbindungsbahn am Main entlang. Mittels Spritzkehre erreichten die Züge dann den Centralbahnhof. am 01. April 1914 war dieser Zustand zu Ende. Heute verkehren hier die Züge der historischen Eisenbahn Frankfurt. Die direkte Strecke mit der Mainüberquerung wurde zu diesem Zeitpunkt eröffnet. Gleichzeitig verlor der Hanauer Bahnhof seine Funktion als Bahnhof. Das Bahnhofsgelände ist nach Abriss der Hauptfeuerwache wieder frei zugänglich. Hier fährt heute die Strassenbahn vorbei, die nicht mehr über den Danziger Platz, sondern direkt über die Hanauer Landstrasse geleitet wird. Nach Eröffnung der U-Bahn am Ostbahn- hof erhält der Danziger Platz wohl nie mehr eine oberirdische Haltestelle, da hier ab 2015 auch die S-Bahnen der nordmainischen S-Bahn halten sollen.

Frankfurt (Hbf) 02

Wieder fährt ein Dampfsonderzug aus dem Rhein - Main Gebiet ab. Hier steht der Sonderzug nach Lauda über Wertheim abfahrtbereit im Frankfurter Haupt- bahnhof. Über Lauda, Osterburken, Eberbach und Hanau kehrt er dann am frühen Abend wieder nach Frankfurt zurück. Zuglok ist die Dampflok der Baureihe 01 der historischen Eisenbahn Frankfurt, genauer die Dampflok 01 118

Jetzt endete der Ausbau der Eisenbahn im Rhein - Main Gebiet. Erst 1970 nahm man neue Strecken in Angriff. Diese Strecke sollte den Rhein - Main Flughafen mit der Frankfurter Innenstadt verbinden. Das erste Teilstück der Flughafenbahn wurde am 14. März 1972 eröffnet. Am 28. Mai 1972 wurde die Strecke dann bis zu ihrem eigentlichen endpunkt Kelsterbach erweitert. Diese Strecken wurden im Zusammenhang mit dem Bau der Frankfurter S-Bahn gebaut. Das erste Teilstück der S-Bahn wurde am 27. Mai 1978 in Frankfurt eröffnet. Es handelt sich hierbei um die Tunnelstrecke vom Frankfurter Hauptbahnhof in die Innenstadt unter die Hauptwache.Erweitert wurde die Tunnelstrecke am 28. Mai 1983 bis zur Konstablerwache, am 27. Mai 1990 bis zum Tunnel- mund am Südbahnhof mit der Einführung in diesen Bahnhof. Zwei Jahre später ging ein weiterer Streckenabschnitt in Betrieb. Es handelt sich hierbei um die Abzweigung vom Bahnhof Ostendstraße zum Bahnhof Mühlberg der am 01. Juni 1992 in Betrieb ge- nommen werden konnte. Diese Strecke wurde am 31. Mai 1996 bis zum Bahnhof Offenbach (Ost) verlängert wo die S - Bahnzüge wieder die Ferngleise erreichen.

Eine weitere hervorzuhebene Eröffnung ist die ICE Strecke von Frankfurt zum Fernbahnhof Flughafen. Diese Strecke wurde bereits am 01. Juni 2000 planmäßig von ICE Zügen befahren.die eigentliche Schnellfahrtstrecke von Frankfurt nach Köln und von Wiesba- den nach Köln wurde dann am 31. Mai 2002 eröffnet was die Bahn AG jetzt in die Lage versetzt ICE Züge mit einer Geschwindig- keit von 300 km/h auf die Reise zu schicken. Die Fahrzeit zwischen den beiden Metropolen beträgt jetzt nur noch 77 Minuten gegenüber 130 Minuten über die Rheinstrecke

Die Nebenstrecken ,die in diesem Gebiet entstanden waren sind alle auf den Pendlerverkehr mit der Metropole Frankfurt ausgerich- tet gewesen. Außerdem hatten sie die Aufgabe im Taunus die abgelegenen Ortschaften besser mit den Hauptstrecken zu verbin- den. Daher entstanden in diesem Gebiet die folgenden Nebenstrecken:

  • KBS 167a

3501

Wiesbaden - Niedernhausen

19,60 km

 

  • KBS 167b

3500

Wiesbaden - Bad Schwalbach - Diez

53,70 km

Aartalbahn

  • KBS 167c

3640

Frankfurt (Höchst) - Bad Soden (Ts.)

6,70 km

Sodener Kleinbahn

  • KBS 169g

3664

Frankfurt (Lokalbahnhof) - Offenbach

4,70 km

Frankfurt - Offenbacher Lokalbahn

  • KBS 172a

3611

Frankfurt - Bad Homburg - Friedrichsdorf

24,00 km

Homburger Eisenbahn

  • KBS 172a

3615

Frankfurt (Rödelheim) - Niederhöchstadt - Kronberg

16,10 km

Cronberger Eisenbahn

  • KBS 172b

3611

(Bad Homburg) - Friedrichsdorf - Friedberg (Hess.)

21,10 km

 

  • KBS 172c

FKE

Frankfurt (Höchst) - Königstein (Ts.)

22,50 km

Frankfurt - Königsteiner Kleinbahn

  • KBS 172d

3712

Bad Homburg - Grävenwiesbach - Weilburg (Lahn)

55,90 km

Taunusbahn / Weiltalbahn

  • KBS 172d

3746

Grävenwiesbach - Albshausen

24,50 km

Solmstalbahn

  • KBS 172d

3713

Weilmünster - Laubuseschbach

8,00 km

 

  • KBS 209A*

NWB

Aßmannshausen - Jagdschloß Niederwald

1,50 km

Niederwaldbahn

  • KBS 209B*

EBF

Leun / Braunfels - Philipstein

7,60 km

Braunfelser Ernstbahn

  • KBS 209E*

ESCH

Eltville - Schlangenbad

7,80 km

Eltviller Kleinbahn

  • KBS 209R*

NWB

Rüdesheim - Niederwalddenkmal

2,30 km

Niederwaldbahn

  • KBS 645.3/4**

3641

Frankfurt (Rödelheim) - Niederhöchstadt - Bad Soden (Ts.)

14,50 km

Limesbahn

KBS = Kursbuchstrecke (bezieht sich auf die Fahrplanperiode 1939) KBS* = aus dem Reichskursbuch Nr.2 1917, KBS* *= heutige KBS Streckennummern aus dem Eisenbahnatlas Deutschland 2005/2006

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