Nordhessen West

In Nordhessen war Kassel ein wichtiger Knotenpunkt. Jedoch war Kassel noch nicht von der Eisenbahn erschlossen worden. Daher kam es zur Planung einiger Hauptstrecken die von dieser Metropole ausgehen sollten. Als erste Strecke konnte dann ein Teilstück Kassel - Warburg eröffnet werden. Hierbei handelt es sich um die Strecke von Grebenstein nach Hümme, das am 30. März 1848 durch die Friedrich Wilhelms Nordbahn (später hessische Nordbahn) eröffnet wurde. Erweitert wurde dieses Teilstück bereits am 20. August 1848 bis Kassel. Nun hatte Kassel seinen ersten Eisenbahnanschluß. Im Norden war man auch nicht untätig gewesen und verlängerte die Strecke von Hümme zur hessischen Landesgrenze bei Hauneda. Dieses Teilstück eröffnete man am 15. September 1849. Den endgültigen Bahnhof Warburg erreichte die hessische Nordbahn erst am 06. Februar 1851. Später erweiterte die preußi- sche Staatsbahn diese Strecke über Altenbeken nach Paderborn.

Ausschnitt der Eisenbahnstreckenkarte zum amtlichen Kursbuch von 1946

Von Kassel aus wurde zu jener Zeit auch eine Eisenbahnverbindung mit Frankfurt geplant. Daher kam es zu einem Staatsvertrag der damals noch eigenständigen Kurfürstentums Hessen, Großherzogtums Hessen und der freien Stadt Frankfurt, der den Bau der Main - Weser Bahn regelte. Bereits am 29. August 1849 wurde das erste Teilstück dieser Strecke von Kassel nach Guntershausen eröffnet. Nun ging es Schlag auf Schlag. Die Strecke der Main - Weser Bahn wurde dann am 02. Januar 1850 bis Wabern und am 04. März 1850 bis Treysa ergänzt. Noch im gleichen Jahr erreichte man Gießen. (siehe Mittelhessen West)

Kassel (Hbf) 03

Im Kasseler Hauptbahnhof steht am Gleis 5 der Regionalexpress von Hagen nach Kassel / Wilhelmshöhe zur Abfahrt bereit, daneben steht eine Regionalbahn von Kassel nach Korbach. Heute befindet sich an dieser Stelle die Rampe für den Verbindungs- tunnel zum Kasseler Strassenbahnnetz und die Regionaltram Haltestelle Kassel / Hbf eine Ebene tiefer. Auch hier haben auf der Strecke von Kassel nach Wolfhagen die Regionaltrams den Verkehr übernommen, sodaß nur noch einige wenige Regionalex- presszüge den Kasseler Hbf auf dieser Strecke anfahren. Die meisten Regionalexpresszüge werden direkt von Obervellmar zum Bahnhof Wilhelmshöhe gefahren.

Von Kassel aus wurde zu jener Zeit auch eine Eisenbahnverbindung mit Frankfurt geplant. Daher kam es zu einem Staatsvertrag der damals noch eigenständigen Kurfürstentums Hessen, Großherzogtums Hessen und der freien Stadt Frankfurt, der den Bau der Main - Weser Bahn regelte. Bereits am 29. August 1849 wurde das erste Teilstück dieser Strecke von Kassel nach Guntershausen er- öffnet. Nun ging es Schlag auf Schlag. Die Strecke der Main - Weser Bahn wurde dann am 02. Januar 1850 bis Wabern und am 04. März 1850 bis Treysa ergänzt. Noch im gleichen Jahr erreichte man Gießen. (siehe Mittelhessen West)

Kassel-Wilhelmshöhe 04

Anläßlich des Bahnhofsfestes in Naumburg kam der Dampfsonderzug der Eisenbahnfreunde Treysa hier her nach Kassel / Wilhelmshöhe. Hier wurde die Lok gewendet und wieder kesselvorraus an den Zug gekoppelt. Doch mußte der Zug noch 15 Minuten warten ehe es auf der Kassel - Naumburger Kleinbahn weiter nach Naumburg ging. Ein seltenes Schauspiel in einem der modernsten Bahnhöfe der deutschen Bahn.

Auch das obere Sauerland wollte nun eine schnelle Verbindung mit den nächsten großen Städten. Dies war Schwerte im Ruhrgebiet und Warburg in Westfalen. Daher kam es zur Planung der oberen Ruhrtalbahn die die beiden Städte miteinander verbinden sollte. Das erste Teilstück wurde am 01. Juni 1870 zwischen Schwerte und Arnsberg eröffnet. Erweitert wurde diese Strecke am 18. Dezember 1870 bis Meschede und am 01. Juli 1871 bis Nuttlar. Jetzt klaffte nur noch eine Lücke zwischen den Bahnhöfen Nuttlar und Warburg. Diese Lücke wurde erst am 06. Januar 1873 geschlossen. Nun hatte man eine direkte Verbindung Kassels mit dem Ruhrgebiet ge- schaffen.

Nun war ein zusammenhängendes Eisenbahnnetz entstanden welches Kassel als Knotenpunkt hatte. Jedoch waren die ländlichen Gegenden um diese Hauptstrecke gar nicht erschlossen worden. Diese Verbindungen mit dem Oberzentrum Kassel oder mit einer diesen Hauptstrecken stellten die folgenden Nebenstrecken her:

  • KBS 173a

KGG

Grifte - Gudensberg

8,00 km

Grifte - Gudensberger Kleinbahn

  • KBS 173c

3903

Kassel (Hbf) - Obervellmar - Volkmarsen

43,90 km

 

  • KBS 173d

2972

Marburg (Lahn) - Frankenberg - Korbach - Warburg (Westf.)

108,30 km

Burgwaldbahn

  • KBS 174f

3944

Wabern - Korbach - Brillion (Wald)

86,70 km

 

  • KBS 174g

2854

Frankenberg - Allendorf (Eder) - Bestwig

64,10 km

Ruhr - Eder Bahn

  • KBS 174k

2872

Frankenberg - Allendorf (Eder) - Bad Berleburg

44,90 km

Edertalbahn

  • KBS 174k

2871

Erndtebrück - Birkelbach - Bad Berleburg

39,70 km

Rothaarbahn

  • KBS 174n

2870

Marburg (Lahn) - Wallau - Erndtebrück - Siegen / Kreuztal

92,50 km

Obere Lahntalbahn

  • KBS 178a

KNE

Kassel (Wilhelmshöhe / West) - Naumburg

33,40 km

Kassel - Naumburger Eisenbahn

KBS = Kursbuchstrecke (bezieht sich auf die Fahrplanperiode 1939) Streckennummern aus dem Eisenbahnatlas Deutschland 2005/2006

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