Nordhessen Ost

Kassel wurde 1848 von der Eisenbahn erschlossen. Auch eine Verbindung mit Frankfurt war 1850 bereits vorhanden. Es bot sich also nun an einige Strecken in den Nordosten Hessens zu bauen. Auch an einer Verbindung mit Nordhausen über Eichenberg plante man. Bebra wurde schon durch die kurhessische Staatsbahn erschlossen. Hier plante man dann auch eine Verbindungsstrecke von Bebra ausgehend nach Kassel sowie nach Göttingen. Das erste Teilstück das von Bebra eröffnet wurde war die Strecke nach Gux- hagen. Dieses Teilstück wurde bereits am 18. September 1848 befahren. Erst am 29. August konnte die Fuldaquerung von Guxha- gen nach Guntershausen an der Main - Weser Bahn fertiggestellt werden.

Ausschnitt der Eisenbahnstreckenkarte zum amtlichen Kursbuch von 1946

Von Göttingen aus baute man bereits 1855 an einer Verbindungsstrecke mit Kassel. diese Strecke konnte dann zwischen Göt- tingen und Hann. Münden am 08. Mai 1856 eröffnet werden. Diese Strecke führte damals noch über den Ort Dransfeld. Erweitert wurde diese Strecke am 23. September 1856 durch die Hannoverische Staatsbahn dann bis Kassel. Von Göttingen aus baute man 1865 eine weitere Strecke. Diese sollte Göttingen mit dem, in Thüringen liegenden, Eichsfeld verbinden. Diese Strecke verlief über Friedland und Niedergandern nach Arenshausen.. Am 01. August 1867 erreichte dann die hannoverische Staatsbahn Arenshausen wo seit dem 09. Juli 1867 Anschluß durch die Halle - Casseler Eisenbahn nach Heiligenstadt bestand. Somit war eine direkte Führung von Zügen von Göttingen nach Nordhausen möglich geworden. Doch der Bestand dieser Strecke währte nich lange. Be- reits 1884 wurde diese Strecke wieder eingestellt. Heute kann man diese Strecke noch recht gut verfolgen. Die letzte Verbindungs- strecke der Halle - Casseler Eisenbahn wurde am 13. März 1872 zwischen Arenshausen und Hann. Münden gebaut und eröffnet.

Nun klaffte eine Lücke im Eisenbahnnetz zwischen Bebra und Eichenberg. Im Zuge einer Nord - Süd Bahn wollte man diese Lücke so schnell wie möglich schließen. Das erste Teilstück der Strecke wurd am 31. Oktober 1875 zwischen Bebra und Niederhone (heute Eschwege / West) eröffnet. Erst am 15. Mai 1876 konnte das letzte Teilstück von Niederhone über Eichenberg nach Fried- land geschlossen werden. Heute bildet diese Strecke eine wichtige Verbindung von Frankfurt nach Hannover.

Bebra 10

4 Dampfloks und eine 4 fach gekuppelte Schienenbuseinheit trafen sich im Mai 2008 in Bebra. Die Damplok 01 118 aus Frankfurt, die 01 1066 aus Ulm, die 52 3552 aus Hanau und die 41 1144. Hier steht 41 1144 am Bahnhof Bebra. Dieser Sonderzug ist gerade von der Zwischenfahrt von Bebra nach Sontra zurückgekehrt. Nun wird die Lok abgekuppelt und frisch versorgt.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Deutschland in vier Besatzungszonen geteilt. Dabei fiel Eichenberg eine ganz besondere Be- deutung zu. Denn dieser Bahnhof wurde zu jener Zeit zur Grenzstation zwischen 3 Besatzungszonen. Im Süden waren die ameri- kanischen Alliierten die Besatzungsmächte, im Norden die Engländer und im Osten waren die Sowjets die Besatzungsmächte. Daher mußten in Eichenberg alle Reisenden auf korrekte Papiere geprüft werden was ein großes Hindernis im Eisenbahnverkehr bedeutetete. Nach Entspannung verzichtete man später dann auf die Kontrollen zwischen der amerikanischen und der britischen Besatzungszone. Anders war es jedoch mit der Besatzungzone der Sowjets. Hier schloß sich im Jahr 1962 der eiserne Vorhang was die Einstellung der Zugfahrten zwischen Arenshausen und Eichenberg mit sich brachte. Im Westen hielt man diese Strecke bis zur Grenze in betriebsfähigen Zustand, die Regionalbahnen der DR verkehrten noch bis Arenshausen. 27 Jahre hielt dieser Vor- gang an obwohl auf westlicher Seite die Strecke rückgebaut wurde und die Fahrten der Regional- bahnen der DR nach Heiligen- stadt zurückgenommen wurde. 1989 kam es zum Umbruch in der DDR. Dies führte später zur Wiedervereinigung der beiden deut- schen Staaten. Nach Wiederaufbau dieser wichtigen Ost - West Verbindung konnte bereit 1990 wieder der Zugverkehr über die in- nerdeutsche Grenze aufgenommen werden. Somit war der alte Zustand wieder hergestellt.

Eisenach 04

Eine weitere Zwischenfahrt ging von Bebra nach Eisenach. Die Zugloks dieser Fahrt waren wieder die gekuppelten Dampfloks 01 118 und 01 1066. Hier haben die beiden Loks bereits den Zug umfahren und werden gleich an das andere Ende angekoppelt um in schneller Fahrt wieder nach Bebra zurück zu kehren.

Eine neue Strecke wurde 1980 in diesem Gebiet gebaut. Es handelt sich um die erste Schnellbahnstrecke der DB die Fulda über Kassel / Wilhelmshöhe mit Göttingen verbindet. Diese Strecke wurde erstmals 1988 von einem ICE befahren. Heute bildet diese Strecke eine lebenswichtige Verbindung von München nach Hamburg und von Frankfurt nach Berlin.

Es entstanden im 19. Jahrhundert eine Reihe von Hauptstrecken die aber nicht jeden Ort in diesem Gebiet erreichen konnte. Diese Aufgabe übernahmen dann nach und nach die hier gebauten Klein- und Nebenbahnen. hier entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die folgenden Nebenstrecken:

  • KBS 171c

3933

Eschwege - Schwebda - Treffurt - Wartha (Werra)

60,80 km

Werratalbahn

  • KBS 174a

3906

Hümme - Bad Karlshafen (linkes Ufer)

16,50 km

 

  • KBS 178

3901

Kassel (Hbf) - Bettenhausen - Walburg - Waldkappel - (Eschwege)

65,30 km

Lossetalbahn

  • KBS 178b

SÖHRE

Kassel (Betttenhausen) - Wellerode (Wald)

11,00 km

Söhrebahn

  • KBS 178c

3920

Walburg - Großalmerode (West)

8,00 km

 

  • KBS 178d

3921

Walburg - Großalmerode (Ost)

27,00 km

Gelstertalbahn

3922

Eichenberg - Großalmerode (Ost)

  • KBS 178e

6734

Eschwege - Schwebda - Heiligenstadt (Eichsf.)

36,80 km

 

  • KBS 178f

6710

Treysa - Malsfeld - Eschwege - Schwebda - Leinefelde

130,10 km

Kanonenbahn

KBS = Kursbuchstrecke (bezieht sich auf die Fahrplanperiode 1939) Streckennummern aus dem Eisenbahnatlas Deutschland 2005/2006

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