Mittelhessen Ost

Der östliche Teil von Mittelhessen weist sehr weite Siedlungsgebiete auf. Dadurch kam es hier nur zum Bau einer einzigen Haupt- strecke im 19. Jahrhundert. Die Main - Weser Bahn die,die beiden Zentren Kassel und Frankfurt verbinden sollte. Durch einen Staatsvertrag zwischen dem Kurherzogtum Hessen, dem Großherzogtum Hessen und der freien Stadt Frankfurt erteilte man 1848 die Konzession für den Bau der Strecke von Frankfurt nach Kassel. Bereits im Januar 1850 wurde die Verbindung von Kassel nach Treysa fertiggestellt und eröffnet. Treysa sollte später noch Ausgangspunkt für einige Nebenbahnen werden, die das abseits ge- legenen Gebiet besser an diese Hauptstrecke anschließen sollten. Schon am 03. März 1850 wurde die Strecke von Treysa aus bis nach Kirchhain (Kr. Kassel) erweitert. Auch hier entstand später ein Verknüpfungspunkt mit zwei Nebenbahnen. Weitergebaut wurde die Strecke dann bis Marburg und am 03. April 1850 erreichte der erste Personenzug aus Kassel die Universitätsstadt Marburg. Diese Stadt bildet den Mittelpunkt der Strecke, liegt sie doch auf halben Wege zwischen den Zentren Kassel und Frankfurt. Noch im gleichen Jahr erreichte die Main - Weser Bahn am 25. Juli 1850 den Bahnhof Lollar, etwa 8 km vor Gießen. Endlich konnte das letz- te Teilstück der Strecke am 25. August 1850 zwischen Lollar und Gießen eröffnet werden. Nun hatte man Gießen erreicht und auch Mittelhessen wurde nun von der Eisenbahn erschlossen.

Ausschnitt der Eisenbahnstreckenkarte zum amtlichen Kursbuch von 1946

Durch den fränzößisch - deutschen Krieg des 19. Jahrhunderts kam es zum Bau einer stategischen Umgehungsbahn die Berlin mit Metz verbinden sollte um die deutschen Truppen schneller in das franzößische Kriegsgebiet zu bringen. Man nannte diese Bahn einfach Berlin - Coblenzer Eisenbahn, Berlin - Metzer Eisenbahn und Kanonenbahn. Durch diese Strecke kam es zum Bau einiger Streckenabschnitte die bau- technische Meisterleistungen waren, aber nie ihre Bestimmung übergeben wurden, weil bereits einige andere Streckenteile in den Besitz des deutschen Reiches über gegangen waren. Dadurch baute man die Streckle von Treysa bis nach Lollar, sowie von Wetzlar nach Koblenz zweigleisig aus und wertete diese Teilstücke zu einer vollwertigen Hauptstrecke auf, um den erwartenden Zugbelastungen gerecht zu werden. Jedoch wurde diese Strecke nie ihre Bestimmung nach genutzt.

Bad Hersfeld

Gerade ist in Bad Hersfeld der Sonderzug der BLE angekommen. Der Zug wurde hier gewendet damit er die Strecke nach Breiten- bach am Herzberg, die ein Teilstück der 1974 eingestellten Strecke nach Alsfeld ist, befahren kann. Heute befährt nur noch nach Bedarf ein Güterzugpaar diese Strecke. (siehe auch Strecke KBS 169u ) . Rechts neben dem Zug zweigte früher das Zubringer- gleis zur Hersfelder Kreisbahn ab. Seit dem Fahrplanwechsel 2003 befahren auch ICE Züge die Strecke nach Bebra um von dort weiter nach Erfurt zu gelangen. Dabei halten einige dieser Züge hier in Bad Hersfeld. Für diese Züge ist der modernisierte Bahn- steig gedacht den man links neben dem Sonderzug erkennen kann. Rechts ist das ehemalige Bahnhofgebäude der Hersfelder Kreisbahn zu erkennen, welches nach Umgestaltung des Bahnhof abgerissen wurde. Schon zum Zeitpunkt der Sonderfahrt waren hier alle Gleisanlagen die dem Personenverkehr dienten schon entfernt worden. Heute ist die Strecke bis Schenklenksfeld kom- plett abgebaut. Heute bedienen die Züge der Cantus Verkehrsgesellschaft die Strecke von Fulda über Bebra nach Kassel. Auch hier verlor die DB die Regionalbahnleistungen.

Treysa 02

Am anderen Endbahnhof der Knüllbahn steht in Treysa der Sonderzug der Eisenbahnfreunde Treysa zur Abfahrt nach Naumburg bereit. Dieser Zug wird von der Dampflok 52 8106 tendervorraus gezogen und erhält in wenigen Minuten die Abfahrtsfreigabe auf der Hauptstrecke in Richtung Kassel. Hier verkehren heute, nach Eröffnung des Tunnels unter dem Hauptbahnhofs in Kassel, die Regional- trams des NVV bis zum Auestadion. Diese Züge haben die Aufgaben der Regionalbahnen übernommen, die früher Kassel mit Dillenburg verbanden.

Zwischen Treysa, Marburg einerseits und Fulda, Bad Hersfeld andererseits klafften nun große Lücken im Eisenbahnnetz. Durch den Neubau einiger Nebenstrecken wurden nicht alle Lücken geschlossen. Dennoch erreichte man einen Großteil der Bevölkerung dieses Landabschnitts. Zur Erschließung wurden daher folgende Nebenbahnen geplant und gebaut:

  • KBS 169

3700

Gießen (OEG) - Grünberg - Alsfeld - Fulda

105,90 km

Vogelsbergbahn

  • KBS 169a

3812

Bad Salzschlirf - Niederjossa

26,40 km

 

  • KBS 169b

3950

Burg und Nieder Gemünden - Kirchhain

20,00 km

Ohmtalbahn

  • KBS 169k

3705

Lollar - Grünberg

26,80 km

 

  • KBS 169u

3810

Treysa - Niederaula - Bad Hersfeld

59,90 km

Knüllwaldbahn

  • KBS 169u

3811

Alsfeld - Niederjossa - Niederaula

34,40 km

Gründchenbahn

  • KBS 173b

3945

Kirchhain - Zimmersrode

43,70 km

Wohratalbahn / Kellerwaldbahn

  • KBS 189g

MKB

Marburg (Süd) - Dreihausen

16,60 km

Marburger Kreisbahn

KBS = Kursbuchstrecke (bezieht sich auf die Fahrplanperiode 1939) Streckennummern aus dem Eisenbahnatlas Deutschland 2005/2006

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