Strecke Neckarsteinach - Schönau (Odw.)

KBS 303c (4112)

Steinachtalbahn

Streckenart:

Neckarsteinach - Schönau

Nebenstrecke eingleisig

Spurweite:

1435 mm

Streckenlänge ohne Nebengleise:

4,10 km

Eröffnung im Personenverkehr:

Neckarsteinach - Schönau

21. Oktober 1928

Badische Staatsbahn

Einstellung im Personenverkehr:

Neckarsteinach - Schönau

27. September 1969

Deutsche Bundesbahn

Zuständige Bahnverwaltung:

Neckarsteinach - Schönau

(R) BD Karlsruhe

Betriebsinspektion Heidelberg

Bauliche Besonderheiten:

keine

Streckenzustand:

Neckarsteinach - Schönau

Die Trasse ist als Radweg von Neckarsteinach nach Schönau ausgebaut

Betriebsführung:

Darmstadt / Ost - Groß Zimmern

Deutsche Bundesbahn ( bis 1965 )

Geschichtliche Entwicklung:

Mitte der 19. Jahrhunderts wurde das Neckartal durch die Eisenbahn Heidelberg - Heilbronn erschlossen. Es gab bereits Betrebungen den Odenwald durch ein um- fangreiches Eisenbahnnetz zu erschließen. Diese Pläne sahen u. a. eine Verbindung von Neckarsteinach über Waldmichelbach und Mossautal nach Michelstadt vor Daher kam es am 16. Juni 1914 zu einem Staatsvertrag zwischen Baden und Hessen welcher den Bau einer solchen Strecke freimachen sollte. Man einige sich den ersten Abschnitt zu planen und zu bauen. Dieser Abschnitt sollte den südlichen Odenwald mit der Hauptstrecke im Neckartal verbinden. Man sah eine Trassen- führung von Neckarsteinach nach Waldmichelbach die über den Ort Schönau geführt werden sollte. Von dort aus sollte die Strecke der Poststrasse nach Heiligen- kreuzsteinach und weiter über die hessische Grenze bei Untersteinbach folgen ehe sie Waldmichelbach erreichte. Viele Probleme gab es in der Planungsphase der Strecke, auch viele Einwände über die Trassenführung. Daher begann die badische Staatseisenbahn erst 1924 nach abgeschlosser Planung mit dem Bau des Teil- stücks von Neckarsteinach nach Schönau. Hinter Schönau begann der bergige Odenwald, der für die weitere Trassenführung ein großes Hindernis darstellte.

Nach 4 Jahren Bauzeit konnte endlich am 21. Oktober 1928 das Teilstück von Neckarsteinach nach Schönau im Odenwald eröffnet werden. Der geplante Weiterbau nach Waldmichelbach unterblieb bis man sich 1932 wieder dieses Planes bediente. Zwischenzeitlich war die badische Staatseisenbahn in die deutsche Reichsbahn aufgegangen . Im Zuge von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen nahm man die Planung für die Ergänzungsstrecke wieder auf, um eine Umgehungsstrecke der Main - Neckar Bahn zu erstellen im Hinblick auf den geplanten Krieg. Dennoch endeten diese Planungen an den geografischen Verhältnissen die mit einer geplanten Hauptstrecke nicht hätten überwunden werden konnten.

Der Personenverkehr der Strecke entwickelte sich in den Anfangsjahren trotz 7 Zugpaaren nicht so wie erwartet. Ein Grund dafür wird wohl die fehlenden Direktzüge nach Heidelberg gewesen sein. Langsam entwickelte sich auch die Personenbeförderung. So fuhren 1935 bereits 9 Zugpaare auf der Strecke. Erst 1939 wurde ein Zugpaar mehr auf der Strecke gefahren. Mit Beginn des Krieges 1939 wurden 2 Zugpaare wieder wegen mangelnden Reisenden wieder eingestellt. Es fuhren 1940 wieder nur 8 Zugpaare auf der Strecke nach Schönau. Dieses Angebot wurde über die Kriegsjahre so gut wie möglich beibehalten.

Anfang 1945 besetzen die alliierten Truppen Deutschland. Davon war auch der Odenwald betroffen. Da die Strecke überwiegend in Wäldern und ländlichen Gegenden verlief war die Strecke von Kriegsbeschädigungen weitgehend verschont geblieben. Dennoch konnten 1945 keine Züge mehr nach Schönau fahren da die Neckar- brücken bei Heilbronn und bei Heidelberg von zurückweichenden deutschen Truppen zerstört wurden und die Strecke nicht mehr erreichbar war. Erst 1947 konnten wieder Züge ins Neckartal fahren. Es herrschte aber zu jener Zeit auch noch das Problem des Fahrzeugmangels. Daher wurden alte Länderbahnabteilwagen wieder aufgebaut und auf den lebenswichtigen Strecken wieder eingesetzt.

1949 wurde dann in den Westzonen die deutsche Bundesbahn gegründet. Jetzt wurde die Strecke wieder wie vor dem Krieg mit 8 Zugpaaren befahren. Dennoch be- gann jetzt schon das Streckensterben der Nebenbahnen. 1950 wurde die Vereinfachung des Nebenbahnbetriebs mittels moderner Fahrzeugflotten eingeführt. Unter den neubeschafften Fahrzeugen befand sich auch ein einmotoriger Schienenbus der Baureihe VT 95. Bereits jetzt war der Personenverkehr im Odenwald so weit abgesunken das eine Schienenbuseinheit auf der Strecke ausreichte. 1953 begann die deutsche Bundesbahn die ersten unrentablen Strecken stillzulegen. 1962 sollte auch diese Strecke eingestellt werden da es kostengünstiger für die deutsche Bundesbahn war die Strecke durch den Bus zu ersetzen. Schon Jahre zuvor begann mit der Einrichtung einer parallel verlaufenden Buslinie der Niedergang der Strecke. Ein weiterer Vorteil dieser Busverbindung war die Durchbindung bis nach Heidelberg. 1967 fuhren daher fast nur noch Schüler mit der Eisenbahn von Schönau nach Neckarsteinach. Zu den anderen Zeiten fuhren fast nur Leerzüge. Daher entschloß man sich den Personenverkehr zum 27. September 1969 auf dieser Strecke einzustellen. Der letzte Zug fuhr bereits schon am Freitag zuvor, da 1962 bereits schon der Wochendverkehr eingestellt worden war
.

Auch der Güterverkehr war auf dieser Strecke nur spärlich vorhanden da Anschließer fehlten. Es wurden überwiegend Holzzüge und Züge mit landwirtschaftlichen Er- zeugnissen gefahren, jedoch rentierte sich der Güterverkehr in keinster Weise. Daher wurde auch zum 27. September 1969 die Expresszustellung des Bahnhofs Schönau aufgegeben. Einige Übergabezüge verirrten sich noch bis zum 31. Dezember 1969 auf diese Strecke bis auch dieser kleine Güterverkehr wegfiel.

Nach Einstellung des Güterverkehrs lag die Trasse nutzlos in der Gegend. Es mußten zur Sicherung der anliegenden Straßen dennoch Unterhaltungen durchgeführt werden, die sich die deutsche Bundesbahn sich nicht mehr länger leisten wollte. Später kamen Pläne auf im Bahnhof Schönau ein Eisenbahn- und Strassenbahn- museum einzurichten. Dazu gehörten auch Pläne die Strecke wieder im Museumsverkehr mit Museumsgarnituren zu befahren. Dieses Projekt scheiterte dann in den Folgejahren an der ungenügenden Finanzierung dieses Vorhabens. Dennoch blieben einige Fahrzeuge im Bahnhof Schönau zurück bevor sie 1996 direkt vor Ort zerlegt wurden. Das bedeutete auch das Aus für die noch liegende Trasse bis Neckarsteinach. Im Jahre darauf wurde die Trasse bis zum westlichen Bahnhofskopf von Neckarsteinach entfernt, die Bahnsteige blieben noch einige Jahre erhalten bis diese im Zuge der Modernisierung der Neckarstrecke zur S-Bahn beseitigt worden sind. Südlich des Bahnhofs von Schönau entstand in den Folgejahren ein Industrie- und Wohngebiet. Da die Trasse nicht überbaut wurde konnte später in Schönau ein Fahrradweg angelegt werden der heute südlich des ehemaligen Haltepunkts Schönau-Süd endet. 2006 ist dieser Radweg bereits bis Neckarsteinach befahrbar. So bleibt wenigstens ein kleiner Teil der Trasse erhalten.

Neckarsteinach-Schönau

Zu den Bildern - bitte auf die Bahnhöfe / Haltepunkte klicken

Streckenbeschreibung:

Die Strecke beginnt im Bahnhof Neckarsteinach am Bahnsteig 4 und 5. Von hieraus folgt die Strecke der nach Heidelberg führenden Hauptbahn. Während die Hauptbahn in einem Tunnel verschwindet wendet sich die Strecke nach rechts und folgt dem Tal des Steinbachs bis zum Haltepunkt Neckarsteinach-Nord. Hinter diesem Haltepunkt beginnt ein stark bewaldetes Gebiet. Die Strecke hält sich am linken Berghang während die Straße nach Schönau sich am rechten Bergrand entlang führt. Zwischen der Straße und der Trasse verläuft etwas tiefer der Steinbach. Nach einigen Metern wird die südlichste Zufahrt von Schönau unterfahren und kurz dahinter befand sich der Haltepunkt Schönau-Süd, welcher zur Erschließung des dort befindlichen Wohngebiets diente. Nun folgt die Trasse dem Industriegebiet und kreuzt kurz vor dem Bahnhof Schönau die Zufahrtsstrasse zu diesem Industriegebiet. Wenigen Meter dahinter ist der Bahnhof. Hier sollte einmal ein kleines Strassenbahnmuseum entstehen was aber mangels Finanzierung dann wieder fallengelassen worden ist. Das Gleis endete stumpf an der Hauptstraße von Schönau nach Heilligenkreuzsteinach.

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