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KBS 255a (SEG) |
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Gersprentalbahn |
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Geschichtliche Entwicklung: 1860 bestanden Pläne den Odenwald mit der Eisenbahn zu erschließen. Einer dieser Pläne sah eine direkte Verbindung mit dem Rhein – Main Gebiet vor welche über Ober Roden und Dieburg in den Odenwald geführt werden sollte. Diese Strecke traf in Bad König auf eine neu zubauende Strecke aus Darmstadt. Diese Strecke wurde abweichend dann mit der Odenwaldbahn realisiert. Weiter gab es Bestrebungen eine Querverbindung von Worms über Heppenheim und Fürth nach Wertheim und von dort weiter nach Würzburg zu bauen. Auch hier wurden nur Teile fertiggestellt. Diese Strecke sollte auch Fürth im Odenwald erschließen. Also Reichelsheim wurde von dieser Strecke links liegen gelassen. Später gab es Bestrebungen diese Strecke nach Norden hin auszubeulen um auch Reichelsheim an das Eisenbahnnetz anzuschließen. Dieser Strecke war kein Erfolg beschieden, sodaß hiervon nur das Teilstück von Worms nach Bensheim mit einem Abzweig nach Heppenheim gebaut wurde. Nachdem die endgültigen Trassenführungen der beiden Strecken feststanden wusste man in Reichelsheim das man nie eine Eisenbahn erhalten würde. 1866 wurde daher über eine neue Strecke verhandelt die das Gersprenztal an die Eisenbahn anschließen sollte. Jetzt war eine Strecke von Darmstadt nach Miltenberg im Gespräch welche durch das Gersprenztal geführt werden sollte. Doch auch dieser Plan wurde wieder fallen gelassen. Jetzt kam eine neue Strecke ins Gersprenztal ins Gespräch. Sie sollte vom Bahnhof Reinheim nach Reichelsheim geführt werden mit der Option der Verlängerung nach Fürth. Hier bestand ja auch ein Eisenbahnanschluß nach Wein- heim. So wäre eine Querbahn in Nord – Süd Richtung entstanden. Die hessische Ludwigsbahn konnte sich anfangs mit diesem Plan gut anfreunden, lehnte ihn aber später mit der Begründung ab das man zu viele neue Strecken in Planung und im Bau hatte. Es dauerte noch bis zum 21. März 1887 bis die Konzession der Strecke an das Bankhaus Bachstein in Berlin auf 50 Jahre erteilt wurde. In nur einem halben Jahr wurde die Verbindung von Reinheim nach Reichelsheim fertiggestellt und am 26. September 1887 erfolgte durch die Reinheim – Reichelsheimer Eisenbahn die Abnahme der Strecke. Erst am 10. Oktober 1887 erfolgte die feierliche Eröffnung der Strecke die teilweise in die Poststrasse eingebaut war. Die Reinheim – Reichelsheimer Eisenbahn ging am 17. März 1887 in das Eigentum der SEG (Süddeutsche Eisenbahn Gesellschaft) über. Diese war bis 1952 mit der Bertiebsführung der Strecke beauftragt. Die Betriebsführung der SEG erlosch am 31. Dezember 1952. Jetzt wurde die Strecke anderen Eisenbahnen zum Kauf angeboten. Auch der deutschen Bundesbahn. Die zeigte jedoch wenig Interesse an der Strecke. Um den Verkehr weiter aufrecht zu halten kaufte das Land Hessen die Strecke mit allen Rechten und Pflichten. Sie brachte die Eisenbahn am 01. Januar 1955 in das Anlagekaptial der hessischen Landesbahn ein, welche fortan mit dem Betrieb beauftragt war. Anfänglich fuhren nur 3 Zugpaare täglich zwischen Reichelsheim und Reinheim. Dieser Zustand hielt sich bis zum Jahre 1905. Danach stiegen die Zugfahrten kontinuierlich an und am Anfang des zweiten Weltkriegs erreichte man mit 10 Zugpaaren den Höhepunkt. Da aber zuwenig Fahrmaterial vorhanden war, bedingt durch den Abzug einiger Personenwagen zur Vorbereitung auf den Krieg fuhren auch die Güterzüge mit angehängtem Personenwagen durch das Gersprenztal. Eine weitere Steigerung erfuhr die Strecke im zweiten Weltkrieg. Nach dem zweiten Weltkrieg und nach Beseitigung der gröbsten Kriegsschäden begannen auch hier die Fahrgastzahlen wieder anzusteigen. Den Höhepunkt erreichte die Strecke im Jahre 1959 mit 16 werktäglich gefahrenen Personenzüge. Doch ab jetzt ging es langsam bergab, da ja kein Zug bis Darmstadt durchgebunden werden konnte. Auch der steigende Individualverkehr tat den Rest. Mit Übernahme durch die hessische Landesbahn konnte noch mal eine vorzeitige Einstellung des Personenverkehrs verhindert werden. Doch immer größer werden Defizite der Strecke wurde der hessischen Landesbahn dann zum Verhängnis. 1960 bereits stellte sie den Antrag auf Einstellung des Personenverkehrs zwischen Reinheim und Reichelsheim. Das konnte noch verhindert werden, doch die Defizite wurden immer größer, sodaß die hessische Landesbahn am 25. Mai 1963 den letzten Personenzug auf die Strecke schickte. Der Ausbau der Bundesstrasse 38 tat den Rest. So wurde die hessische Landesbahn am 14. März 1963 bereits schon von der Betriebspflicht zum 26. Mai 1963 entbunden. Da die Strecke südlich von Groß Bieberau parallel zur Landstrasse verlief und es Pläne gab diese Strasse zu erweitern aber es keine Neutrassierung finanziert werden konnte gab es nur die Möglichkeit die ehemalige Bahntrasse in den Verlauf der Bundesstrasse mit einzubeziehen. Mit Beginn des Ausbaus der Bundesstrasse verschwanden auch die Gleisanlagen südlich von Groß Bieberau. Heute endet die Strecke auf der Gerprenzbrücke hinter dem Bahnhof Groß Bieberau. Die restliche Strecke ist in die Trasse der Bundesstrasse aufgegangen. Nur noch die Bahnhofsgebäude von Groß Bieberau, Brensbach, Nieder Kainsbach – Fränkisch Crumbach und Kirch- Pfaffenbeerfurth erinnern heute noch an die Strecke. Das Bahnhofsgebäude in Reichelsheim wurde 1980 abgerissen und die ehemalige Trasse wurde überbaut. Nach Einstellung des südlichen Abschnitts fiel auch hier der Güterverkehr weg. Zwischen Reinheim und Groß Bieberau sorgte ein Schotterbruch der OHI (Odenwälder Hartstein Industrie) für weiteres Verkehrsaufkommen. Dennoch war die hessische Landesbahn nicht gewillt diesen Güterverkehr durchzuführen. Daher kam es erst zur Verpachtung der Strecke von Reinheim nach Groß Bieberau an die OHI und später dann zum Verkauf. Die OHI gliederte diese Strecke als Reinheim – Groß Bieberauer Güterbahn in ihr Unternehmen ein. Die deutsche Bundesbahn war durch den Ausbau ihres Schnellbahnnetztes ein guter Kunde der OHI in Groß Bieberau. Dadurch konnte der Basaltbruch in Groß Bieberau auch vor der Schließung gerettet werden. Weil die Gleisanlagen in Groß Bieberau diesem Verkehr nicht mehr gewachsen war erweiterte die OHI im Bahnhof Groß Bieberau das Gleisnetz. Es entstanden zwei Basaltsilos die mittels LKW aus dem Steinbruch gefüllt wurden. Hieraus wurden dann die Schüttgutwagen der DB beladen und dann nach Reinheim gebracht wo sie die DB übernahm. Es kam dann noch ein weiterer Gleisansshluß an der Einfahrt zum Bahnhof Groß Bieberau hinzu. Viele Jahre wurden auch landwirtschaftliche Produkte aus Groß Bieberau abgefahren. Dafür wurde in Groß Bieberau eine Rübenverladung neu errichtet. 2001 begann die DB ihr Programm zur Optmierung des Güterverkehrs umzusetzen. Daher entfiel 2002 auf den beiden Odenwaldstrecken sämtlicher Güterverkehr. Davon betroffen war auch die Strecke nach Groß Bieberau, deren Anschluß verloren ging. Am 01. Januar 2002 stellte daher die OHI den Schotterversand auf LKW Transport um und die letzten Schotterzüge fuhren auf der Strecke. Es kam 2003 noch einmal zum Versuch den Güterverkehr auf diese Strecke zurück zu holen. Daher übernahm die westfälische Almetalbahn die Fahrten der Güterzüge welche jetzt bis Darmstadt durchgebunden waren. Doch auch dieses kleine Gastspiel gehört schon wieder der Vergangenheit an. Doch die OHI versucht heute noch den Schotterverkehr auf dieser Strecke wieder auzunehmen. In Zeiten der teurer werden Energiekosten würde sich das schon rechnen. Gleichzeitig würde die Bundesstrasse von diesen LKW Transporten entlastet werden.
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Streckenbeschreibung: Die Strecke der Reinheim - Reichelsheimer Kleinbahn beginnt im Bahnhof Reinheim auf Gleis 1 und 2. Nach Ausfahrt aus dem Bahnhof schwenkt die Strecke nach Süden. Es wird jetzt die Hanauer Strasse (B 426) mittels einer Brücke überquert und kurz danach wird der Reinheimer Tunnel durchfahren. Direkt an der südlichen Tunnelausfahrt wird die Bundesstrasse 38 überquert und der Zug erreichte den Haltepunkt Reinhem (Süd). ab hier folgt die Strecke der Bundesstrasse durch das nördliche Industriegebiet von Groß Bieberau, schwenkt aber dann in richtung Bahnhof ab. Direkt an der Strasse entstand das Bahngelände welches später von der OHI zum Verladen der Schotterzüge genutzt wurde. Nach Durchfahrt des Bahnhofs überquert die Strecke die Gersprenz und folgt dann der Strasse bis Wersau wo der Haltepunkt auf der linken Seite der Bundesstrasse angelegt wurde. Weiter folgt die Strecke der alten B 38 bis zum Bahnhof Brensbach. Das Bahnhöfsgebäude von Brensbach ist heute in Privatbesitz und ist von der neuen Umgeheungsstrasse noch gut auszumachen. Wieder folgt die Strecke der B 38 kreuzt diese südlich von Brensbach. Nun verläuft die Trasse auf der rechten Seite der Bundesstrasse. Auf diesem Trassenteil entstand dann später der Radweg. an dem Bahnhof Nieder Kainsbach vorbei erreicht die Strecke jetzt das erste Teilstück auf der Strasse nach Reichelsheim und durchfährt jetzt auf der Strasse den Ort Unter Gersprenz wo am nördlichen Ortsende noch das Bahnhofsgebäude auszumachen ist. Südlich von Unter Gersprenz erreicht die Bahn wieder ihre eigene Trasse. diese liegt immernoch rechts von der Bundesstrasse. als nächstes wird der Ort Kirchbeerfurth erreicht und umfahren. Der Bahnhof lag am südlichen Ortsende von Kirchbeerfurth. Hier kreuzte die Strecke ein weiteres Mal die Bundesstrasse um jetzt wieder links davon weiter nach Bockenrod zu führen. Im Ortsbereich von Bockenrod lag der Haltepunkt, ist aber heute nicht mehr auszumachen. In einer langen Rechtskurve quert die Strecke die Strasse nach Waldmichelbach. Hier sollte die geplante Strecke nach Beerfelden abzweigen. Die Strecke führt in einer Rechtskurve weiter auf den Ort Reichelsheim zu wo der Bahnhof am östlichen Ende lag. Von diesem Bahnhof ist nichts mehr vorhanden und auf dem ehemaligen Bahngelände ist ein Neubaugebiet entstanden. |
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