Strecke Buchschlag - Ober Roden

KBS 256e (3653)

Dreieichbahn

Streckenart:

Buchschlag - Ober Roden

Nebenstrecke eingleisig

Spurweite:

1435 mm

Streckenlänge ohne Nebengleise:

14,60 km

Eröffnung im Personenverkehr:

Buchschlag - Ober Roden

01. April 1905

Hessische Staatsbahn

Zuständige Bahnverwaltung:

Buchschlag - Ober Roden

(R) BD Mainz

Betriebsamt Darmstadt 1

Bauliche Besonderheiten:

Abzweig für das Umspannwerk Bulau der RWE im Streckenabschnitt zwischen Offenthal und Urberach

Streckenzustand:

Buchschlag - Ober Roden

Die Strecke ist eingleisig und noch vollständig in Betrieb. Im Bahnhof Sprendlingen zahlreiche Güteranschlüsse die mit Modernisierung ausser Betrieb genommen wurden. Die Züge sind nach Frankfurt und Dieburg durchgebunden. Sie verkehren im 60 Minuten Takt.

Betriebsführung:

Buchschlag - Ober Roden

Deutsche Bahn AG

Geschichtliche Entwicklung:

1850 wurde die Main-Neckar Eisenbahn von Frankfurt nach Langen eröffnet. Diese Bahn umging das Gebiet um Dreieich und Rödermark. Diese Gemeinden forderten auch einen Eisenbahnanschluß. Hierfür wurde ein umfangreiches Nebenbahnnetz zur Erschließung von Dreieich und Rödermark entwickelt. Die hessische Staatseisen- bahn konnte sich nicht mit einem solchen Nebenbahnnetz anfreunden und unternahm daher keine Schritte zum Umsetzen des Plans. Dennoch wollten die Gemeinden nicht auf ihre Eisenbahn verzichten und reichten eine Protestnote an den Großherzog. Dieser erzwang den Bau von mehreren Nebenbahnen mittels Gesetz. Darunter fiel auch die Verbindung von Offenbach nach Reinheim die den Rodgau erschloß. Hierbei wurde die Verbindung von Buchschlag an der Main - Neckar Eisenbahn nach Ober Roden erst einmal außer Acht gelassen da sich die Pendlerströme auf Offenbach ausrichteten und man der Meinung war eine solche Strecke würde sich nicht lohnen. Dennoch betrieb man die Planung einer Querverbindung weiter. Nach vielen Hin und Her stand dann die genaue Streckenführung der Strecke fest und man begann mit dem Bau der bis 1905 andauerte. Endlich am 01. April 1905 verkehrte dann der erste Zug über Dreieich in Richtung Rödermark.

Nun kam es im Bereich Rödermark zu einer nennenswerten Änderung im Zugverkehr. Waren früher viele Pendler von Dieburg über Offenbach nach Frankfurt gelangt so nutzten sie jetzt die direkte Route über Buchschlag. Daher endeten fast alle Züge der Rodgaubahn dann in Ober Roden obwohl der südlich von Ober Roden gelegene Abschnitt noch zu dieser Strecke gehörte. Dieser Abschnitt von Reinheim nach Ober Roden wurden fortan durch die Züge der Dreieichbahn bedient, da immer mehr Pendler aus dem nördlichen Odenwald nach Frankfurt fuhren und man diesen Fahrgästen möglichst eine direkte Verbindung bieten wollte. Dennoch fuhren noch einige Zugpaare von Reinheim nach Offenbach. Da auch viele Pendler aus dem Opelwerken in Rüsselsheim hier ihren Wohnsitz hatten kam es dann auch zum Einsetzen von zwei Zugpaaren von Dieburg über Buchschlag und Frankfurt (Stadion) nach Rüsselsheim. Dieser Zug nutzte in Frankfurt die Umfahrung des Bahnhofs Frankfurt (Louisa) und fädelte sich in der Höhe des ehemaligen Haltepunkts Frankfurt (Forsthaus) auf die hessische Ludwigsbahn ein. Später fuhren auch noch jeweils zwei Zugpaare von Ober Roden nach Frankfurt (Ost) um auch diese Pendler des hier entstandenen Industriegebiets auch die Strecke zu locken. Diese Züge nutzen die damals nur ein- gleisige Verbindungsbahn von Frankfurt (Louisa) zum Bahnhof Frankfurt (Süd). Diese Strecke wurde mit Eröffnung der S-Bahn nach Darmstadt mit in die neue Strecke integriert und zweigleisig ausgebaut.

Im zweiten Weltkrieg kam es auch hier zu Verkehrsminderungen weil immer mehr fahrbares Material an der Front gebraucht wurde. Mit den Angriffen auf das Rhein - Main Gebiet wurden vorrangig die hier zusammenlaufenden Eisenbahnstrecken Ziele. Ganz besonders traf es hier die Main-Neckar Eisenbahn welche eine lebenswich- tige Verbindung von Süd- nach Norddeutschland darstellte. Zum Anderen wurden vermehrt Angriffe auf Frankfurt geflogen. Auch hier traf es wieder einmal die Bahnlinien und den Frankfurter Haupbahnhof. Es war zu jenen Zeiten nur unter Einsatz des eigenen Lebens möglich Frankfurt zu erreichen. Mit Besetzung des Rhein - Main Gebiets war hier der Krieg zu Ende.

Nach dem 2. Weltkrieg konnten keine Züge mehr bis Frankfurt verkehren da hier fast das gesamte Eisenbahnetz zerstört war. Dennoch kam es 1946 wieder zur Auf- nahme des Zugverkehrs bis Frankfurt. Genauso wie vor dem Krieg fuhren auch wieder die Pendlerzüge nach Rüsselheim und Frankfurt / Ost, jeweils mit einem Zugpaar. 1974 gliederte der FVV diese Strecke als R11 später als S11 in sein Verbundgebiet ein. Mit Planung der südmainischen S - Bahnstrecken nach Darmstadt und Hanau wurden auch Pläne laut diese Strecke einzustellen und Dreieich durch eine sogenannte S - Bahnausbeulung nach Osten mit zu bedienen. Nachdem die endgültige Planung der S - Bahnstrecke feststand war auch eine Einstellung wieder vom Tisch. Jetzt dachte man sogar über eine Modernisierung der Strecke nach um hier einen  S - Bahnähnlichen Anschlussverkehr zu erstellen.

Nach Inbetriebnahme der S - Bahn nach Darmstadt begann man mit den Modernisierungsarbeiten an der Strecke. Dies beinhaltete eine grundlegende Sanierung der Trasse mit Rückbau der überzähligen Gleise auf den Bahnhöfen sowie die Modernisierung der Bahnsteige. Nachdem die Modernisierung abgeschlossen war verkehrten jetzt die Züge bereits im Anschluß an die S - Bahn alle 30 Minuten nach Ober Roden und stündlich weiter nach Dieburg. Es entstand in Dreieichenhain auch ein neuer Haltepunkt. (Weibelfeld)

Der Güterverkehr war auf diesem Teilstück schwach oder fast gar nicht vorhanden. Später fuhren nur fallweise Übergabezüge nach Ober Roden. Regelmäßigen Güter- verkehr weist das Teilstück Ober Roden Urberach auf wo die RWE ein Umspannwerk unterhält. Zwischen Urberach und Offenthal befindet sich eine Zweigstrecke zum Umspannwerk welche heute noch zum Anliefern von neuen Transformatoren genutzt wird. Diese Züge laufen unsinnigerweise über Dieburg nach Urberach. Durch MORA C der deutschen Bahn fiel der bis dahin gefahrene Güterverkehr der Stillegung zum Opfer. Heute verkehrt aus der Strecke keine Übergabe mehr, mal abgesehen von den alle 2 bis 3 Jahre vorgenommenen Transformatorenübergaben.

Buchschlag-Ober Roden

Streckenbeschreibung:

Die Strecke beginnt im Bahnhof Buchschlag auf den von der Hauptstrecke abgetrennten Gleisen 4 und 5. Nach Überquerung des Bahnübergangs an der Buchschlager Allee wendet sich die Strecke nach rechts um durch den Stadtwald den letzten Siedlungsgebieten von Buchschlag zu folgen. Langsam nähert sich die Strecke den ersten Ausläufern des Ortes Sprendlingen und erreicht in der Höhe der Theodor Heuss Strasse den Bahnhof Sprendlingen. Nun wendet sich die Strecke nach Süden und überquert dabei die Darmstädter Strasse in Sprendlingen. Am Sportplatz Dreieich vorbei erreicht die Strecke nach Unterfahrung der Autobahn 661 den Haltepunkt Wei- belfeld, welcher direkt neben der Strasse Hainer Chaussee gebaut wurde. Dieser Strasse folgt die Strecke bis zum Ortseingang von Dreieichenhain. Hier wendet sie sich nach Süden, durchfährt die Siedlungsgebitet Dreieichenhain, kreuzt die Waldstrasse um kurz danach in den Bahnhof Dreieichenhain zu münden. In südlicher Richung verlässt die Strecke Dreieichenhain um über ausgedehnte Felder nach Götzenhain zu führen. Hier kreuzt die Strecke die Phillipseicher Strasse und die Langener Strasse nach der sich der Bahnhof Götzenhain befindet. In südlicher Richtung folgt die Strecke nun in einigem Abstand der Bundesstrasse 486 kreuzt in Offenthal die Bahnhofs- strasse um den Bahnhof Offenthal zu erreichen.WEiter folgt die Strecke nun ausge- dehnte Waldgebiete bis zum Abzweig Bulau. Hier führt sie südlich um die Siedlung Bulau herum überquert in Urberach die Rodaustrasse über eine Brücke und erreicht dann den Bahnhof Urberach Nach Querung der Ober Rodener Strasse in Urberach folgt die Strecke der Kurt Schumacher Strasse in Richtung Ober Roden. Auf dem Stadtgebiet Ober Roden unterfährt die Strecke den Rödermarkring wo sie nach einer weit gezogenen Linkskurve den Bahnhof Ober Roden erreicht.

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