Strecke Darmstadt (Ost) - Groß Zimmern

KBS 256b (3555)

Streckenart:

Darmstadt / Ost - Groß Zimmern

Nebenbstrecke eingleisig

Spurweite:

1435 mm

Streckenlänge ohne Nebengleise:

13,20 km

Eröffnung im Personenverkehr:

Darmstadt / Ost - Groß Zimmern

24. August 1897

Hessische Staatsbahn

Einstellung im Personenverkehr:

Darmstadt / Ost - Groß Zimmern

01. Juni 1966

Deutsche Bundesbahn

Zuständige Bahnverwaltung:

Darmstadt / Ost - Groß Zimmern

(R) BD Mainz

Betriebsamt Darmstadt 2

Bauliche Besonderheiten:

Großer Verladebahnhof für Basalt der OHI zwischen Rossdorf und Gundernhausen

Streckenzustand:

Darmstadt / Ost - Bessunger Forsthaus

Die Strecke ist eingleisig. Sie dient heute nach Einstellung des regulären Personenverkehrs dem Eisenbahnmuseum Kranichstein als Museumsstrecke bis zum Bahnkilometer 4,20 km

Bessunger Forsthaus - Groß Zimmern

Die Strecke ist ab dem Bahnkilometer 4,20 bis nach Groß Zimmern abgebaut. Die Trasse ist teil- weise überbaut und ist hinter Roßdorf als Radweg ausgebaut. Bahngelände in Groß Zimmern ist in eine Naherholungsanlage umgestaltet. Bahnhofsgebäude von Roßdorf und Gundernhausen befinden sich in Privatbesitz. Bahnhofsgebäude von Groß Zimmern mußte wegen mutwilliger Zerstörung abgerissen werden.

Betriebsführung:

Darmstadt / Ost - Groß Zimmern

Deutsche Bundesbahn ( bis 1985 )

Geschichtliche Entwicklung:
 

1870 wurde Ober Ramstadt durch die Odenwaldbahn an das Eisenbahnnetz des hessischen Staatseisenbahn angeschlossen. Dabei wurden anfangs Pläne gemacht diese Strecke über Roßdorf und Gundernhausen nach Reinheim zu führen, dennoch war diesem Plan nicht der Erfolg beschieden wie erwartet. So wurde die Strecke der Odenwaldbahn in ihrer heutigen Streckenführung gebaut. Da am Roßberg Basalt geschlagen wurde wäre die erste Trassenführung von Vorteil gewesen da man auch diesen Basaltbruch an das Eisenbahnnetz hätte anschließen können. 1896 entstand weiter östlich dann eine weiter Eisenbahnstrecke. Es bot sich nun an Darmstadt und Groß Zimmern, ein neuer Bahnhof an der neuen Strecke, mit dieser Strecke zu verbinden Da aber die Abfuhr des Basalts zu jenen Tagen mit Pferde- fuhrwerken unternommen wurde und die Fuhrwerke die Menge des zu transpotierten Basalts bald nicht mehr schafften baute man um 1880 eine schmalspurige Berg- bahn zum Bahnhof Ober Ramstadt, wo dann das Basalt auf die Züge verladen worden ist. Nachdem die Ausbeute weiter zunahm hoffte man 1890 auf eine direkte Eisenbahnverbindung mit Darmstadt. Durch den Großherzog wurde per Gesetz am 15. September 1894 der Bau dieser Strecke bestimmt und umgesetzt. Am 24. August 1897 erst konnte der Personen- und Güterverkehr auf dieser Strecke eröffnet. werden.

Jetzt verlagerte sich der Basaltabbau auf beide Seiten des Roßbergs. 1903 wurde dann das Brechwerk südlich des Roßbergs außer Betrieb gesetzt und fortan wur- de der gesamte Basaltbruch über diese Strecke abgefahren. Daher entstand zwischen Roßdorf und Gundernhausen eine große Verladeanlage. 1914 brach dann der erste Weltkrieg aus. Nach dem ersten Weltkrieg 1918 waren Fahrzuege und Loks extrem heruntergewirtschaftet, gleichzeitig forderten die Siegermäche noch die Überstellung von 150.000 Wagen als Reparationsleistung. Trotzdem wurde versucht ein akzeptablen Verkehr aufrecht zu erhalten. 1920 wurde die Strecke dann in das Eigentum der deutschen Reichsbahn eingegliedert. Diese unterstellte die Strecke der RBD Mainz. 1930 stiegen die Transportvolumen auf der Strecke sprunghaft an. 1939 begann mit dem Überfall auf Polen der zweite Weltkrieg. Jetzt traten umfangreiche Vorschriften in Kraft um die Züge vor tieffliegende Jagdbombern zu schützen. Dazu gehörte die Verdunklung der Leuchten an den Lokomotiven. Nachdem der Krieg das Reichsgebiet erreichte wurden auch hier einige Züge trotz Verdunklung von Jagdbombern angegriffen. Da hier schon in den Anfangsjahren kein Sprengstoff auf der Strecke transportiert werden durfte rettete der Strecke ihr Leben. Dennoch blieb sie nicht von Kriegseinflüssen verschont. Am 11 September 1944 wurde Darmstadt durch einen verheerenden Luftangriff fast vollständig zerstört, dennoch versuchten die Eisenbahnen unter Einsatzes ihres Lebens den Zugverkehr aufrecht zu halten. Weiter östlich blieb diie Strecke von größeren Kriegseinwirkungen verschont da sie in weiten Teilen durch dichte Wälder verlief. Im März 1945 erreichten die Amerikaner Roßdorf und es war vorläufig mit dem Verkehr vorbei und mit dem Krieg auch.

Um die zerstörten Eisenbahnstrecken wieder instand zu setzen wurde große Menge am Schotter notwendig. Daher wurde die Strecke vorrangig zwischen Darmstadt und Roßdorf OHI, so nannte man die Verlageanlage am Roßberg, wieder instandgesetzt worden. Auch in der Verwaltung gab es einige Änderungen nach den zwei- ten Weltkrieg. So war nun die RBD Frankfurt für die Verwaltung der Strecke zuständig.Nach und nach begannen auch hier Rationalisierungsmaßnahmen um den Betrieb kostengünstiger zu betreiben. So wurden die Wendezüge die mit zwei Lokführern bestetzt waren auf Einmannbetrieb umgestellt. Anfang 1960 wurde der Haltepunkt Bessunger Forsthaus aufgegeben, die anderen beiden Haltepunkte wurden bereits vor dem zweiten Weltkrieg nicht mehr bedient. Im Gegensatz zum Güterverkehr war der Personenverkehr jetzt sehr rückläufig. 1965 endete auf der südlichen Rodgaubahn zwischen Dieburg und Reinheim der Personenverkehr. Die Strecke war somit zur Stichstrecke geworden. Es wurde 1965 eine Verkehrszählung auf dieser Strecke durchgeführt. Das Ergebnis bestärkte die DB darin auch hier den Personenverkehr so schnell wie möglich zu beenden. Durch die oberste Landesverkehrsbehörde wurde dem Einstellungsantrag am 14. Januar 1966 entsprochen und am 01. Juni 1966 fuhr der letze Personenzug zwischen Darmstadt und Groß Zimmern.

Anders sah das mit dem Güterverkehr aus. Durch den umfangreichen Basaltabbau war vorläufig das Bestehen der Strecke gesichert. Doch östlich von Roßdorf OHI sah das ganz anders aus obwohl in Gundernhausen auch kurzzeitig Basalt gebrochen worden ist. Da in Groß Zimmern umfangreiche Gleisanlagen vorhanden waren wurde der Bahnhof zum Abstellen überzähliger Güterwagen verwendet. Ein geplanter Gleisanschluß zu einer Chemie Gesellschaft unterblieb welcher hier neuen Güterverkehr gebracht hätte. Dies scheiterte. Da in Groß Zimmern kein Stückgut mehr verladen wurde stand das Bahnhofsgebäude lange Zeit leer, bis es durch Unbekannte mutwillig zerstört wurde. Der Abriss des Bahnhofs war das Resultat und erfolgte im Jahre 1976. Zu jener Zeit war der Güterverkehr von Darmstadt nach Roßdorf OHI auch rückläufig.Als erstes Teilstück wurde das Strecke von Roßdorf OHI nach Groß Zimmern auch für den Güterverkehr wegen schlechter Gleislage am 01. März 1980. Durch das Interesse des Eisenbahnmuseums Kranichstein die gesamte Strecke zum zwecke eines Museumsbetriebs zu übernehmen unterblieb vorläufig der Abbau der Strecke. Durch Umlegung der Bundesstrasse B 26 im Bereich des Bahnhofs Darmstadt (Ost) erfolgte 1982 trotz hohen Schotterverkehr die Gesamtstillegung der Strecke. Ein weiterer Versuch die Strecke museal zu erhalten scheiterten am Desinteresse der damaligen Bevölkerung rund um diese Strecke Zu dieser Sonderfahrt wurde 1983 die Strecke mit umfangreichen Kräften wieder freigelegt und es dampfte dann eine Museumsgarnitur von Darmstadt (Ost) nach Groß Zimmern. Bei dieser Sonderfahrt kam es unterwegs Unterbrechungen durch Eisenbahngegener die immer wieder die Museumsgarnitur daran hinderten die Weiterfahrt anzutreten.

1984 übernahm die Gemeinde Roßdorf das Bahnhofsgelände einschließlich des Bahnhofsgebäudes. Da in der Gemeinde Roßdorf kein Interessse mehr an einer Museumsbahn bestand, begann die DB im Januar 1984 mit dem Abbau der Strecke von Groß Zimmern aus. Ende Januar 1984 erreichte der Abbauzug bereits Roßdorf OHI und Anfang Februar 1984 war das Bahnhofsgelände gleisfrei. Heute endet die Museumsstrecke direkt an der Stadtgrenze von Roßdorf etwa 100 m hinter dem Haltepunkt Bessunger Forsthaus. Nach Modernisierung der Odenwaldbahn ist nur südlich des Bahnhofs Darmstadt (Ost) eine Weichenverbindung eingebaut. Das frühere Gleis der Strecke endet heute stumpf am neuen Bahnsteig der Odenwaldbahn.

Darmstadt-Gross Zimmern

Zu den Bildern - bitte auf die Bahnhöfe / Haltepunkte klicken

Streckenbeschreibung:

Die Strecke beginnt im Bahnhof Darmstadt (Ost). Nach Verlassen des Bahnhofs wendet sich die Strecke nach links während die Odenwaldbahn der B 26 weiter folgt Nach Queren der Strasse von Darmstadt nach Roßdorf beginnt ein langer waldreicher Abschnitt. Direkt hinter dem Bahnübergang lag früher der Haltepunkt Rotes Kreuz, welcher heute nur von sehr geschulten Augen ausgemacht werden kann. Jetzt folgt die Strecke in relativ nahen Abstand dieser Straße durch den Darmstäd- ter Stadtwald zum Haltepunkt Bessunger Forsthaus. Kurz danach wird die neu gebaute B 26 unterfahren und folgt weiter der Straße nach Roßdorf. Kurz vor Roßdorf wird die Straße mittels Bahnhübergang überquert und einige Meter hinter diesem Bahnübergang liegt der Bahnhof Roßdorf.In einer weiten Linkskurve überquerte die Strecke mittels Brücke die nach Nieder Ramstadt führende Landesstraße. In einer Geraden wird dann die Basaltverladung Roßdorf OHI durchfahren und kurz danach wurde die B 38 vor Gundernhausen überquert. Am südlichen Ortsende lag der Bahnhof Gundernhausen. Von hier folgt die Trasse der neuen B 26 bis zum westlichen Ortsausgang von Groß Zimmern, wendet sich in einer Kurve in südliche Richtung. Von links taucht jetzt die Strecke von Dieburg nach Reinheim auf und kurz darauf ist der Bahnhof Groß Zimmern erreicht, welcher heute nicht mehr vorhanden ist. An seiner Stelle befindet sich heute eine große Grünanlage, in der noch das südliche Ausfahrtssignal als Denkmal für die beiden Nebenbahnen vorhanden ist.

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