Strecke Darmstadt - Wiebelsbach / Heubach

KBS 256a (3554)

Odenwaldbahn

Streckenart:

Darmstadt - Darmstadt / Ost

Nebenstrecke zweigleisig

Darmstadt / Ost - Wiebelsbach

Nebenstrecke eingleisig

 

Streckenlänge ohne Nebengleise:

32,00 km

Spurweite:

1435 mm

Eröffnung im Personenverkehr:

Darmstadt - Ober Ramstadt

27. Dezember 1870

Hessische Ludwigsbahn

Ober Ramstadt -Reinheim (Odw.)

15. Mai 1871

Hessische Ludwigsbahn

Reinheim (Odw.) - Wiebelsbach

15. Juli 1871

Hessische Ludwigsbahn

Einstellung im Personenverkehr:

vollständig noch in Betrieb

Zuständige Bahnverwaltung:

Darmstadt - Darmstadt / Nord

(R) BD Mainz

Betriebsamt Darmstadt 1

Darmstadt / Nord - Wiebelsbach

(R) BD Mainz

Betriebsamt Darmstadt 2

Bauliche Besonderheiten:

keine

Streckenzustand:

Darmstadt - Darmstadt / Ost

Die Strecke ist zweigleisig und noch vollständig in Betrieb. Züge fahren im Stundentakt zwischen Darmstadt und Wiebelsbach, einige kommen dabei über die neue Verbindungskurve in Darmstadt / Nord von Frankfurt

Darmstadt / Ost - Wiebelsbach

Diese Strecke ist eingleisig und modernisiert. Die Züge fahren hier im Stundentakt. Einrichtung eines neuen Haltepunkts ( Darmstadt / TU )

Betriebsführung:

Hanau - Wiebelsbach - Eberbach

VIAS Railways

Geschichtliche Entwicklung:

1846 erhielt Darmstadt Anschluß an das Eisenbahnnetz durch die Main - Neckar Eisenbahn. Später wurde dann von der hessischen Ludwigeisenbahn die Querverbindung von Mainz nach Aschaffenburg eröffnet. Darmstadt wurde später zum Ausgangspunkt zahlreicher Haupt- und Nebenstrecken. Zu diesen Strecken gehört auch die Verbindung von Darmstadt nach wiebelsbach / Heubach, die den Odenwald im Zusammenhang der Strecke von Hanau nach Eberbach erschließen sollte. Bereits 1868 erhielt die hessische Ludwigsbahn für diese Strecken die Konsession zum Bau und Betrieb. Nach Plänen sollte eine Trasse von Darmstadt über Groß Zimmern nach Wiebelsbach / Hebach geführt werden, ein weiterer Plan sah die Führung über Ober Ramstadt und Reinheim nach Wiebelsbach / Heubach vor. Man verwarf den ersten Plan und baute die Strecke von Darm- stadt / Nord über Ober Ramstadt nach Wiebelsbach / Heubach. Doch der erste Plan sollte nicht für immer in der Schublade verschwinden (siehe KBS 256b). Das erste Strecken- teil von Darmstadt / Nord nach Ober Ramstadt wurde am 27. Dezember 1870 dem öffentlichen Ver- kehr übergeben. Die Ergänzungsstrecke war bereits im Bau. Ergänzt wurde die Strecke dann am 15. Mai 1871 bis Reinheim und am 15. Juli 1871 bis Wiebelsbach / Heubach wo schon Anschluß nach Erbach vorhanden war. An dieser Strecke entstanden dann im Laufe der folgenden Jahre weitere Nebenstrecken und eine Klein- bahn zum Anschluß an diese Strecke.

Der Personenverkehr entwickelte sich von Anfang an gut da diese Strecke für viele Ausflugsfahrten in den Odenwald genutzt worden ist. Auch besonders zu erwäh- nen sind die vielen Pendlerzüge die den Odenwald mit Darmstadt verbunden haben. Eine weiterere Meilenstein in der Entwicklung dieser Strecken war die Übernah- me derselben in das Besitztum der deutschen Reichsbahn. Jetzt verkehrten annähernd 18 Zugpaare auf der Strecke nach Wiebelsbach / Heubach. 1935 fuhren die Züge annähernd im Stundentakt werktags welche durch die Pendlerzüge am Morgen und am Abend noch verstärkt wurden. 1940 fuhren bedingt durch den jetzt schon vorherrschenden Fahrzeugmangel nur 13 Zugpaare davon ein Eilzugpaar zwischen Wiebelsbach / Heubach und Darmstadt. Dieses Angebot wurde dann von einigen zeitlichen Abweichungen dann über den zweiten Welt- krieg bebehalten. Erst 1944 kam es zu vermehrten Fliegerangriffen auf Darmstadt. Nach Zerstörung der Bahnanlagen der Main - Neckar Bahn wurden die Züge erst ab Darmstadt / Nord gefahren. Hier bestand in die Darmstädter Innenstadt ja durch die Strassenbahn Anschluß. Im März 1945 wurde das Rhein - Main Gebiet von den amerikanischen Allierten besetzt und so kam es zum Erliegen allen öffentlichen Verkehrs in diesem Gebiet. Dennoch setzte man nach der Kapitulation der deutschen Wehrmacht alles daran um diesen Verkehr wieder in geordnete Bahnen zu lenken. So nahm man auf dieser Strecke bereits im September 1945 den Pendlerverkehr mit 3 Zugpaaren wieder auf. 1946 fuhren wieder 5 Zugpaare durchgehend von Darmstadt nach Wie- belsbach / Heubach. Langsam steigerte sich das Angebot und erreichte wieder Vorkriegsniveau im Jahre 1951. Heute verkehren annähernd alle 60 Minuten ein Zug von Darmstadt nach Wiebelsbach / Heubach. Diese Strecke ist heute im RMV eingebunden. das bedeutet das nur noch eine Fahrkarte für die Benutzung der öffent- lichen Verkehrsmittel im Rhein-Main Gebiet nötig ist. Im Zuge der Öffnung des Bahnverkehrs für weitere Eisenbahnverkehrsunternehmen wurde diese Strecke ausge- schrieben und den Zuschlag erhielt die VIAS Railways, ein Zusammenschluß der Ruhrtalbahn mit der Verkehrsgesellschaft Frankfurt. Die VIAS übernahm dann im Dezember 2005 den Verkehr auf den beiden Strecken. Zeitgleich wurden auch durchgehende Züge von Frankfurt nach Erbach über Darmstadt / Nord gefahren. Eine Besonderheit dabei ist das die Züge vor Erbach aus eingesetzt werden und Frankfurt über Hanau erreichen und über Darmstadt zurückkehren nach Erbach. Das gleiche gilt für die Gegenzüge die über Darmstadt Frankfurt erreichen und über Hanau zurückkehren nach Erbach oder weiterfahren bis Eberbach. Diese Züge ver- kehren heute im Zweistundentakt.

Auch im Güterverkehr war die Strecke ein wichtiger Bestandteil. Dessen Hauptaufgabe war der Transport von Schotter aus Groß Bieberau und Rossdorf (Siehe KBS 256b und 256c). Dieser Schotter wurde im Odenwald geschlagen und mittels Transportbahnen zu den Bahnhöfen Reinheim und Ober Ramstadt gefahren wo er in die Waggons der DB verladen worden ist. Nach Inbetriebnahme der Strecke nach Groß Zimmern wurde der Schotter aus Rossdorf über diese Strecke abgefahren, was ein Güterrückgang im Bahnhof Ober Ramstadt mit sich brachte. Jahre lang konnte die OHI (Odenwälder Hardstein Industrie) noch Schotter aus Groß Bieberau ab- fahren. Nach Auflassung dieses Güterpunkts durch die DB verlagerten sich die Transporte auf die Strasse was das Ende des Schotterverkehrs aus dem Odenwald über die Schiene bedeutete. Jedoch kam es nach einiger Zeit wieder zur Aufnahme des regelmäßigen Schotterverkehrs durch eine privat geführte Gütereisenbahnge- sellschaft. Dennoch währte das nicht lange und heute ist dieser Streckenteil ohne Güterverkehr.

Darmstadt-Wiebelsbach

Zu den Bildern - bitte auf die Bahnhöfe / Haltepunkte klicken

Streckenbeschreibung:

Die Strecke verläßt den Bahnhof Darmstadt / Nord in südöstlicher Richtung währen die Hauptstrecke in nordöstlicher Richtung abbiegt. Nach einigen Metern wird die Strassen nach Kranichstein gekreuzt und die Strecke führt durch den Darmstädter Stadtteil Mathildenhöhe dem Bahnhof Darmstadt / Ost entgegen. In Darmstadt / Ost zweigt dann hinter dem Bahnhof die ehemalige Strecke nach Groß Zimmern ab. Nach Überquerung der Streasse in Richtung Rossdorf liegt der neuste Halte- punkt der Strecke. Hier beginnt der Darmstädter Stadtwald. Dieser wird in südlicher Richtung durchfahren und nach Erreichen des Stadtgebietes von Nieder Ram- stadt / Traisa wieder verlassen. Hier liegt der Bahnhof unweit der Abzweigung der B 426 mit der B 449. Nach diesem Bahnhof wendet sich die Strecke nach Osten und führt paralell zur Bundesstrasse nach Ober Ramstadt. Hier liegt der Bahnhof am nördlichen Ortsende. Während die Bundesstrasse nach Süden abknickt führt die Strecke nach Norden und erreicht den Haltepunkt Zeilhardt. Nach diesem Haltepunkt schwenkt die Strecke dann nach Süden und folgt erst kurz vor Reinheim wieder der Bundesstrasse. Nach Querung der Strasse von Dieburg liegt hier der Bahnhof, welcher früher eine großer Kreuzungsbahnhof gewesen ist. Nun folgt die Strecke in Sichtweite der Bundesstrasse und erreicht nach Querung der Strase nach Groß Umstadt den Bahnhof Lengfeld. Weiter folgt die Trasse der Bundesstrasse bis von rechts die Strecke von Groß Umstadt auftaucht. Dieser Strecke folgt die Trasse bis zur Querung der B 426. Hier liegt der Bahnhof Wiebelsbach / Heubach.

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