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KBS 255a (3661) |
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Rodgaubahn |
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Geschichtliche Entwicklung: Der Personenverkehr entwickelte sich von Anfang an gut da vielen Pendler in die Lederwarenstadt Offenbach zur Arbeit fuhren. Ein weiterer Pendlerstrom richtete sich auf Frankfurt aus. Diese Pendler fuhren auf der Frankfurt – Bebraer Eisenbahn weiter in die Stadt. Das änderte sich erst im Jahre 1905 da jetzt von Dieburg über Buchschlag eine Eisenbahn zur Verfügung stand. Fortan verkehrten alle Züge aus Reinheim und Dieburg ab Ober Roden weiter nach Frankfurt. Die Pendler nach Of- fenbach hatten hier das Nachsehen, denn sie müssten in Ober Roden in die Züge der Rodgaubahn umsteigen. Erst später als wieder durchgehende Zugpaare nach Offenbach verkehrten besserte sich die Situation, dennoch waren die Pendlerströme jetzt mehr auf Frankfurt ausgerichtet. Die Auslastung der Strecke war sehr unterschiedlich ausgeprägt. So fuhren 1934 zwischen Ober Roden und Offenbach 10 Zugpaare, auf dem restliche Teilstück nur 8 Zugpaare. Eine Besonderheit bildetet ein Zug der von Frankfurt über Dieburg und Groß Zimmern nach Darmstadt verkehrte. Dieser wurde vornehmlich von Pendler benutzt die entweder in Darmstadt ihre Arbeitsstelle hatten oder aber in Frankfurt. Lange blieb dieses Angebot erhalten. Zum Kriegsbeginn 1939 fiel dann eben dieser Zug weg. In den ersten Kriegsjahren war von einer Ausschwächung des Verkehrs auf der Strecke noch nichts zu spüren. Doch das sollte sich ändern. Schon 1941 kam es zu einigen Einschnitten im Verkehr, da die Fahrzeuge zur Versorgung der Wehrmacht abgezogen wurde. Gleichzeitig begannen die Allierten den Angriff auf Deutschland was weitere zu weiteren Zugeinstellungen führte. 1942 begannen vermehrt Luftangriffe auf Frankfurt und Offenbach mit dem Ziel die Versorgungslinien der Wehrmacht zu schwächen. Ziel dieser Angriffe waren vornehmlich die Bahnhanlagen der deutschen Reichsbahn. Daher kam es zur Zerstörung des Frankfurter Hauptbahnhofs sowie des Offenbacher Hauptbahnhofs. Dennoch versuchten die Reichbahner einen akzeptablen Zugverkehr auf den Strecken zu fahren. 1943 nahmen die Luftangriffe auf das Rhein - Main Gebiet zu und es traf jetzt auch das Rodgaugebiet. Damit war es erst mit der Besetzung des Rhein - Main Gebietes durch die Amerikaner im März 1945 vorbei. Nach dem 2. Weltkrieg benutzten viele Hamsterer die wenigen Züge die jetzt schon wieder fuhren. Die wirtschaftliche Situation erholte sich schnell. Nach und nach steigerten sich die Zugpaarzahlen auf dem nördlichen Abschnitt. Anders sah das zwischen Reinheim und Dieburg aus. Hier fuhren weit weniger Pendler mit den Zügen der Rodgaubahn, denn jetzt bildetet sich ein Pendlerstrom nach Darmstadt heraus. Als später noch eine parallel verlaufende Buslinie eröffnet wurde kam, sanken hier die Pendlerzahlen auf ein Minimum ab. Die DB erwägte bereits 1960 die Einstellung des Teilstücks von Reinheim nach Dieburg. Dadurch wäre die Strecke von Darmstadt nach Groß Zimmern zur Stichbahn degradiert worden. Da aber hier noch einige Pendler nach Darmstadt fuhren stellte die DB die Einstellung nochmals zurück. Doch alles half nichts. Da der Bus schneller von Reinheim nach Dieburg als der Zug verkehrte und auch noch mehrere abseits liegende Ortschaf- ten anband kam es zur Einstellung des Teilstücks Dieburg – Reinheim (Odw.) am 01. Oktober 1965. Dennoch wurde die Strecke fahrtüchtig gehalten um im Notfall auch hier den Schotterverkehr von Roßdorf abwickeln zu können. Später verkehrten über diesen Weg auch die Schotterzüge der OHI die dadurch ihre beiden in der Gegend befindlichen Schotterwerke miteinander verband. Da aber diese Schotterzüge über Groß Zimmern nach Roßdorf und weiter nach Darmstadt fuhren wurde 1967 der nördlich von Groß Zimmern gelegene Abschnitt abgebaut. Erst mit Einstellung der Schotterzüge von Groß Bieberau nach Roßdorf wurde auch der südlich von Groß Zimmern gelegene Abschnitt überflüssig und wurde ab dem südlichen Stellwerk in Groß Zimmern abgebaut. Der Bahnhof Groß Zimmern wurde noch fall- weise durch Güterzüge aus Darmstadt bedient. Später dienten die umfangreichen Gleisanlagen dem Abstellen überzähliger Güterwagen. Nachdem auch der Strecke nach Darmstadt der Güterverkehr eingestellt worden ist lagen die Schienen der beiden Strecken noch bis 1989 herum bis wieder der Plan einer Museumsbahn von Darmstadt nach Groß Zimmern aufkam. Durch Protest der hier wohnenden Bevölkerung wurde das Projekt jedoch nie verwirklicht. Kurz da- nach rückte hier der Rückbautrupp an und entfernte die letzten Reste der Strecke. Nach Umwandlung des Bahnhofsgeländes in eine Parkanlage lies die Gemeinde Groß Zimmern das südliche Ausfahrtssignal als stummen Zeitzeugen stehen. 1974 gründetet sich der FVV. Ziel des Verkehrsverbundes war die Schaffung eines Schnellbahnnetzes ausgehend von Frankfurt. Daher gliederte der FVV diese Strecke von Offenbach nach Ober Roden als R9 in den Verbundraum ein. Ziel war es zukünftig diese Strecke als S-Bahn zu befahren. Dennoch dauerte die Ver- wirklichung zur S-Bahn fast noch 30 Jahre. Als dann der Citytunnel durch Offenbach feierlich eröffnet wurde war der Ausbau der beiden Strecken schon in vollen Gange. Geplant war eine eingleisige, elektrifi- zierte Strecke mit einigen zweigleisigen Ausweichen nach Ober Roden und Dietzenbach. Nachdem der RMV die Taktfolge der S - Bahnen in Frankfurt in der HVZ von 20 auf 15 Minuten verkürzte war ein solcher Plan überholt. Es musste ein neuer Plan zur Ausführung dieser Strecke als S - Bahn gemacht werden. Der neue Plan sah vor das die Strecke komplett auf zweigleisigem Betrieb gebaut werden solle. Das kam fast einem Neubau der gesamten Strecke gleich. Auch die Haltepunkte sollten näher an die Ortsmitten herangeführt werden. Fuhren früher zur FVV Zeiten die Züge im Stundentakt und an Wochenden überhaupt nicht so verkehrt die S 1 heute im 30 Minutentakt bis nach Ober Roden. Das weitere Teilstück von Ober Roden nach Dieburg wird heute im Stundentakt von den Zügen der Dreieichbahn be- dient, welche in Ober Roden Anschluß an die S-Bahn nach Wiesbaden erhalten. Desweiteren war geplant die heute in Ober Roden endende S-Bahn bis Dieburg zu verlängern was den restlichen zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung erfordern würde. Doch in Zeiten leerer Kassen kann das nur ein zukünftiger Traum sein. Der Güterverkehr beschränkte sich auf die Teilstücke Groß Zimmern – Reinheim und Offenbach – Ober Roden. Im südlichen Abschnitt befuhren viele Schotterzüge von Roßdorf / OHI nach Groß Bieberau die Strecke. Dieser Güterverkehr war auch der Grund dafür das die Strecke nach Einstellung des Personenverkehrs nicht sofort abgebaut worden ist. Nach Einstellung der wenigen Fuhren endete auch hier der Güterverkehr und die Strecke lag noch lange ungenutzt in der Gegend bis 1989 das Reststück abgebaut wurde. Zwi- schen Offenbach und Ober Roden fuhren fallweise noch Übergaben, da sich entlang dieser Strecke umfangreiche Indus- trieansiedlungen befinden die teilweise mit der Bahn be- liefert und versendet haben. Mit Ausbau der Strecke in eine S-Bahn endete auch der wenige Güterverkehr obwohl noch im Zusammenhang mit der Modernisierung ein weiterer Güteranschluß hinzukam. Durch MORA C der deutschen Bahn wurde dann endgültig der Schlussstrich gezogen. Zwischen Ober Roden und Dieburg werden noch einige Übergaben gefahren da auch hier ausgedehnte Industriegebiete entstanden sind. Diese Züge fahren allerdings als Übergabezüge von Ober Roden weiter nach Buchschlag (siehe auch Dreieichbahn). Außerdem verkehren alle zwei Jahre von Dieburg kommend Züge zum RWE Umspannwerk Urbrach um dort schadhafte Transformatoren abzuholen. |
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