Strecke Offenbach - Ober Roden - Reinheim (Odw.)

KBS 255a (3661)

Rodgaubahn

Streckenart:

Offenbach - Ober Roden

Hauptstrecke zweigleisig

Ober Roden - Dieburg - Reinheim (Odw.)

Nebenstrecke eingleisig

Spurweite:

1435 mm

Streckenlänge ohne Nebengleise:

36,70 km

Eröffnung im Personenverkehr:

Offenbach - Dieburg - Reinheim (Odw.)

01. Oktober 1898

Hessische Staatsbahn

Einstellung im Personenverkehr:

Dieburg - Reinheim (Odw.)

29. Mai 1965

Deutsche Bundesbahn

Zuständige Bahnverwaltung:

Offenbach - Dieburg

(R) BD Frankfurt

Betriebsamt Hanau

Dieburg - Reinheim (Odw.)

(R) BD Mainz

Betriebsamt Darmstadt 2

Bauliche Besonderheiten:

keine

Streckenzustand:

Offenbach - Ober Roden

Die Strecke ist zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert. Dabei wurde ein neuer Haltepunkt ( Offenbach / Waldhof ) angelegt. Dieser Streckenteil wird im 30 Minutentakt Werktags und im Stundentakt an Sonn- und Feiertagen befahren.

Ober Roden - Dieburg

Diese Strecke ist eingleisig und modernisiert Sie wird durch die Züge der Dreieichbahn im Stundentakt werktags und im 2 Stunden- takt an Sonn- und Feiertagen bedient

Dieburg - Reinheim (Odw.)

Dieses Streckenteil ist komplett abgebaut. Trasse lässt sich zwischen Dieburg und Groß Zimmern noch verfolgen weil hier ein Radweg enstanden ist. Bahngelände in Groß Zimmern ist in eine Naherholungsanlage umgestaltet. Südlich von Groß Zimmern ist die Trasse teilweise überbaut und nur schwer zu auszumachen

Betriebsführung:

Offenbach - Ober Roden

S - Bahn Rhein Main

Ober Roden - Dieburg

DB Regio Hessen

Dieburg - Reinheim (Odw.)

Deutsche Bundesbahn ( bis 1965 )

Geschichtliche Entwicklung:

1870 entstand zwischen Hanau und Erbach die erste Eisenbahnverbindung in den Odenwald. Diese Strecke sollte den hinteren Odenwald an das Rhein-Main Gebiet anschließen (siehe KBS 256). Da zwischen Offenbach und Dieburg nach ein großes eisenbahnloses Gebiet war forderten die Rodgaugemeinden genauso eine Eisen- bahnverbindung ins Rhein- Main Gebiet und nach Offenbach. Es wurden hier vielen Planungen zum Erschließen des Rodgaus durch die Eisenbahn gemacht. Hierbei bildete sich ein Grundnetz heraus das aus einer Durchgangslinie in den Odenwald, sowie eine Stichstrecke gebildet werden sollte. Es erging der Plan die Durch- gangsstrecke von Offenbach nach Dieburg und weiter nach Reinheim zu führen und zwar über Heussenstamm, Dietzenbach und Ober Roden. Die Stichstrecke sollte von Offenbach – Bieber über Obertshausen nach Nieder Roden reichen und hier enden. Doch es kam anders. Die Durchgangsstrecke wurde über Obertshausen, Nieder Roden nach Ober Roden gebaut und von dort weiter nach Reinheim. Die Stichstrecke führte jetzt nach Dietzenbach mit Option diese Strecke weiter nach Ur- berach an der Dreieichbahn zu führen. Nach Fertigstellung der Durchgangslinie wurde die Strecke Offenbach – Ober Roden – Reinheim am 30. Oktober 1896 eröffnet. Erst jetzt war eine leistungsfähige Eisenbahnlinie vom vorderen Odenwald ins Rhein - Main Gebiet entstanden. Diese beiden Strecken hatten in Offenbach eigene Bahnhöfe, die sich nahe des heutigen Haltepunkts Offenbach (Ost) befanden. Eine Verbindung mit der Frankfurt – Bebraer Eisenbahn zum Offenbacher Hbf wurde nur durch die Offenbacher Industriebahn hergestellt. Erst nach Neukonzipierung der Strecken in Offenbach konnten auch die Züge der Rodgaubahn in den Offenbacher Hauptbahnhof einfahren. An dieser Situation änderte sich lange nichts.

Der Personenverkehr entwickelte sich von Anfang an gut da vielen Pendler in die Lederwarenstadt Offenbach zur Arbeit fuhren. Ein weiterer Pendlerstrom richtete sich auf Frankfurt aus. Diese Pendler fuhren auf der Frankfurt – Bebraer Eisenbahn  weiter in die Stadt. Das änderte sich erst im Jahre 1905 da jetzt von Dieburg über Buchschlag eine Eisenbahn zur Verfügung stand. Fortan verkehrten alle Züge aus Reinheim und Dieburg ab Ober Roden weiter nach Frankfurt. Die Pendler nach Of- fenbach hatten hier das Nachsehen, denn sie müssten in Ober Roden in die Züge der Rodgaubahn umsteigen. Erst später als wieder durchgehende Zugpaare nach Offenbach verkehrten besserte sich die Situation, dennoch waren die Pendlerströme jetzt mehr auf Frankfurt ausgerichtet.

Die Auslastung der Strecke war sehr unterschiedlich ausgeprägt. So fuhren 1934 zwischen Ober Roden und Offenbach 10 Zugpaare, auf dem restliche Teilstück nur 8 Zugpaare. Eine Besonderheit bildetet ein Zug der von Frankfurt über Dieburg und Groß Zimmern nach Darmstadt verkehrte. Dieser wurde vornehmlich von Pendler benutzt die entweder in Darmstadt ihre Arbeitsstelle hatten oder aber in Frankfurt. Lange blieb dieses Angebot erhalten. Zum Kriegsbeginn 1939 fiel dann eben dieser Zug weg. 

In den ersten Kriegsjahren war von einer Ausschwächung des Verkehrs auf der Strecke noch nichts zu spüren. Doch das sollte sich ändern. Schon 1941 kam es zu einigen Einschnitten im Verkehr, da die Fahrzeuge zur Versorgung der Wehrmacht abgezogen wurde. Gleichzeitig begannen die Allierten den Angriff auf Deutschland was weitere zu weiteren Zugeinstellungen führte. 1942 begannen vermehrt Luftangriffe auf Frankfurt und Offenbach mit dem Ziel die Versorgungslinien der Wehrmacht zu schwächen. Ziel dieser Angriffe waren vornehmlich die Bahnhanlagen der deutschen Reichsbahn. Daher kam es zur Zerstörung des Frankfurter Hauptbahnhofs sowie des Offenbacher Hauptbahnhofs. Dennoch versuchten die Reichbahner einen akzeptablen Zugverkehr auf den Strecken zu fahren. 1943 nahmen die Luftangriffe auf das Rhein - Main Gebiet zu und es traf jetzt auch das Rodgaugebiet. Damit war es erst mit der Besetzung des Rhein - Main Gebietes durch die Amerikaner im März 1945 vorbei.

Nach dem 2. Weltkrieg benutzten viele Hamsterer die wenigen Züge die jetzt schon wieder fuhren. Die wirtschaftliche Situation erholte sich schnell. Nach und nach steigerten sich die Zugpaarzahlen auf dem nördlichen Abschnitt. Anders sah das zwischen Reinheim und Dieburg aus. Hier fuhren weit weniger Pendler mit den Zügen der Rodgaubahn, denn jetzt bildetet sich ein Pendlerstrom nach Darmstadt heraus. Als später noch eine parallel verlaufende Buslinie eröffnet wurde kam, sanken hier die Pendlerzahlen auf ein Minimum ab. Die DB erwägte bereits 1960 die Einstellung des Teilstücks von Reinheim nach Dieburg.  Dadurch wäre die Strecke von Darmstadt nach Groß Zimmern zur Stichbahn degradiert worden. Da aber hier noch einige Pendler nach Darmstadt fuhren stellte die DB die Einstellung nochmals zurück. Doch alles half nichts. Da der Bus schneller von Reinheim nach Dieburg als der Zug verkehrte und auch noch mehrere abseits liegende Ortschaf- ten anband kam es zur Einstellung des Teilstücks Dieburg – Reinheim (Odw.) am 01. Oktober 1965. Dennoch wurde die Strecke fahrtüchtig gehalten um im Notfall auch hier den Schotterverkehr von Roßdorf abwickeln zu können. Später verkehrten über diesen Weg auch die Schotterzüge der OHI die dadurch ihre beiden in der Gegend befindlichen Schotterwerke miteinander verband. Da aber diese Schotterzüge über Groß Zimmern nach Roßdorf und weiter nach Darmstadt fuhren wurde 1967 der nördlich von Groß Zimmern gelegene Abschnitt abgebaut. Erst mit Einstellung der Schotterzüge von Groß Bieberau nach Roßdorf wurde auch der südlich von Groß Zimmern gelegene Abschnitt überflüssig und wurde ab dem südlichen Stellwerk in Groß Zimmern abgebaut. Der Bahnhof Groß Zimmern wurde noch fall- weise durch Güterzüge aus Darmstadt bedient. Später dienten die umfangreichen Gleisanlagen dem Abstellen überzähliger Güterwagen.

Nachdem auch der Strecke nach Darmstadt der Güterverkehr eingestellt worden ist lagen die Schienen der beiden Strecken noch bis 1989 herum bis wieder der Plan einer Museumsbahn von Darmstadt nach Groß Zimmern aufkam. Durch Protest der hier wohnenden Bevölkerung wurde das Projekt jedoch nie verwirklicht. Kurz da- nach rückte hier der Rückbautrupp an und entfernte die letzten Reste der Strecke. Nach Umwandlung des Bahnhofsgeländes in eine Parkanlage lies die Gemeinde Groß Zimmern das südliche Ausfahrtssignal als stummen Zeitzeugen stehen.

1974 gründetet sich der FVV. Ziel des Verkehrsverbundes war die Schaffung eines Schnellbahnnetzes ausgehend von Frankfurt. Daher gliederte der FVV diese Strecke von Offenbach nach Ober Roden als R9 in den Verbundraum ein. Ziel war es zukünftig diese Strecke als S-Bahn zu befahren. Dennoch dauerte die Ver- wirklichung zur S-Bahn fast noch 30 Jahre.

Als dann der Citytunnel durch Offenbach feierlich eröffnet wurde war der Ausbau der beiden Strecken schon in vollen Gange. Geplant war eine eingleisige, elektrifi- zierte Strecke mit einigen zweigleisigen Ausweichen nach Ober Roden und Dietzenbach. Nachdem der RMV die Taktfolge der S - Bahnen in Frankfurt in der HVZ von 20 auf 15 Minuten verkürzte war ein solcher Plan überholt. Es musste ein neuer Plan zur Ausführung dieser Strecke als S - Bahn gemacht werden. Der neue Plan sah vor das die Strecke komplett auf zweigleisigem Betrieb gebaut werden solle. Das kam fast einem Neubau der gesamten Strecke gleich. Auch die Haltepunkte sollten näher an die Ortsmitten herangeführt werden. Fuhren früher zur FVV Zeiten die Züge im Stundentakt und an Wochenden überhaupt nicht so verkehrt die S 1   heute im 30 Minutentakt bis nach Ober Roden. Das weitere Teilstück von Ober Roden nach Dieburg wird heute im Stundentakt von den Zügen der Dreieichbahn be- dient, welche in Ober Roden Anschluß an die S-Bahn nach Wiesbaden erhalten. Desweiteren war geplant die heute in Ober Roden endende S-Bahn bis Dieburg zu verlängern was den restlichen zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung erfordern würde. Doch in Zeiten leerer Kassen kann das nur ein zukünftiger Traum sein.

Der Güterverkehr beschränkte sich auf die Teilstücke Groß Zimmern – Reinheim und Offenbach – Ober Roden. Im südlichen Abschnitt befuhren viele Schotterzüge von Roßdorf / OHI nach Groß Bieberau die Strecke. Dieser Güterverkehr war auch der Grund dafür das die Strecke nach Einstellung des Personenverkehrs nicht sofort abgebaut worden ist. Nach Einstellung der wenigen Fuhren endete auch hier der Güterverkehr und die Strecke lag noch lange ungenutzt in der Gegend bis 1989 das Reststück abgebaut wurde. Zwi- schen Offenbach und Ober Roden fuhren fallweise noch Übergaben, da sich entlang dieser Strecke umfangreiche Indus- trieansiedlungen befinden die teilweise mit der Bahn be- liefert und versendet haben. Mit Ausbau der Strecke in eine S-Bahn endete auch der wenige Güterverkehr obwohl noch im Zusammenhang mit der Modernisierung ein weiterer Güteranschluß hinzukam. Durch MORA C der deutschen Bahn wurde dann endgültig der Schlussstrich gezogen.

Zwischen Ober Roden und Dieburg werden noch einige Übergaben gefahren da auch hier ausgedehnte Industriegebiete entstanden sind. Diese Züge fahren allerdings als Übergabezüge von Ober Roden weiter nach Buchschlag (siehe auch Dreieichbahn). Außerdem verkehren alle zwei Jahre von Dieburg kommend Züge zum RWE Umspannwerk Urbrach um dort schadhafte Transformatoren abzuholen.

Offenbach-Reinheim

Streckenbeschreibung:

Die Strecke beginnt im Hauptbahnhof Offenbach auf den Gleisen 4 und 5. diesen Bahnhof verläßt die Strecke südlich der Hauptbahn Frankfurt - Hanau in östlicher Richtung. Bis zum Bahnhof Offenbach / Ost verläuft die Strecke parallel zur Hanauer Strecke. Im Bahnhof Offenbach / Ost (alt) stand der Strecke das Gleis 3 zur Verfügung. Nach Eröffnung der S-Bahn stehen die Gleise 4 und 5 für die Züge zur Verfügung. Während die Hanauer Strecke nach Osten abschwenkt, führt die Strecke in südlicher Richtung. Nach Durchfahrung des Offenbacher Stadtwaldes wird die Bundesstrasse 448 unterfahren und kurz danach tauchen die ersten Häuser des Offenbacher Stadtteils Bieber auf. Kurz darauf erreicht die Strecke den Bahnhof Bieber. Die Strecke schwenkt jetzt nach links ab während die Dietzenbacher Strecke nach rechts schwenkt. Wiederum wird der Offenbacher Stadtwald durchfahren und es wird der Haltepunkt Waldhof erreicht. Die Strecke folgt jetzt der Obertshäuser Strasse nach Obertshausen. Nachdem die Strasse nach Heussenstamm überquert wird wird der Bahnhof Obertshausen erreicht. An den letzten Häusern von Obertshausen vorbei folgt die Strecke der paralell liegenden Bundesstrasse Nach Unter- fahrung der Autobahn A 3 wird das Stadtgebiet von Weiskirchen erreicht. Hier liegt der Bahnhof am westlichen Ortsende auf freien Feld. Nun führt die Strecke in südliche Richtung An den Siedlungen von Weiskirchen vorbei und erreicht nach Überqueren der Strasse nach Rembrücken den Bahnhof Hainstadt. Nun folgt die Strecke den westlichen Siedlungs- gebieten des Rodgaus erreicht die Bahnhöfe Jügesheim und nach Unterfahrung der Strasse nach Seligenstadt den Bahnhof Dudenhofen. Nun wendet sich die Strecke nach Wes- ten und folgt weiter den Siedlungen von Nieder Roden. Nach Durchfahrt des Ortes Nieder Roden wird jetzt der gleichnamige Bahnhof erreicht. Paralell zur Rodgaustrasse erreicht die Strecke ein ausgedehntes Industriegebiet und nach Unterfahrung der Zubringerstrasse zur Bundesstrasse 45 wird der Haltepunkt Rollwald erreicht. Nun folgt die Strecke dem Bach Rodau bis kurz vor Ober Roden. Hier schwenkt sie jetzt nach Süden überquert dabei die Ortsstrasse von Ober Roden und von rechts taucht jetzt die Dreieichbahn auf. Kurz danach wird der Bahnhof Ober Roden erreicht. Die Züge der Rodgaubahn fuhren hier auf dem Gleis 3 und 4. Nun folgt die Strecke vorbei an der Siedlung Breidert wo heute der Fahrdraht endet der Bundesstrasse B 459 bis zur Unterfahrung der Bundesstrasse 45. Danach wird die Strecke von Eppertshausen nach Messel mittels Bahnübergang gekreuzt und am südlichen Ortsende von Eppertshausen wird dann der Bahnhof erreicht. Jetzt folgt die Strecke der Strasse nach Dieburg und erreicht nach Querung der Strasse nach Waldlager den Haltepunkt Münster. Weiter folgt die Strecke der Siedlung Münster bis zur Unterfahrung der Bundesstrasse 45. Weiter folgt sie der Strasse nach Dieburg in südliche Richtung und erreicht nach einem schenkt nach Westen den Bahnhof Dieburg. Von hier geht es weiter durch ausgedehnte Siedlungen in Richtung Süden. Nach der Ortsdurchfahrt von Dieburg wurde die alte Bundesstrasse 26 gekreuzt. Von hier ab folgte die Strecke links der Strasse nach Groß Zimmern diesem Weg, querte kurz vor Groß Zimmern diese Strasse und erreichte nach Einführung der Strecke von Darmstadt den Bahnhof Groß Zimmern. Wieder folgt die Strecke in südliche Richtung querte nach dem Bahnhof die Strasse nach Spachbrücken. hier befand sich das Stellwerk Groß Zimmern Süd direkt am Bahnübergang. Jetzt folgt die Strecke die Gesprenz vorbei am Haltepunkt Spachbrücken und erreicht nach einer langgezogenen Linkskurve den Bahnhof Reinheim (Odw.) auf den Gleisen 4 und 5.

[Home] [Eröffnungen 1839-1900] [Eröffnungen 1901-2006] [Einstellungen] [Updates] [Bahnhofsverzeichnis] [Kursbuchverzeichnis] [Literatur] [Links]